Landwirtschaft

Integrative Bewirtschaftungskonzepte für Trockenbecken und Polder zur Hochwasserrückhaltung - TP 2 Angepasste Landnutzung

Inhalt des Projekts ist die Untersuchung der ökologischen Folgen einer landwirtschaftlichen Nutzung von Hochwasserrückhaltebecken. Der Forschungsschwerpunkt liegt hierbei auf dem Eintrag, der Akkumulation und der Mobilisierung von Schwermetallen aus Böden der Retentionsflächen. In den Forschungen finden auch die Auswirkungen unterschiedlicher landwirtschaftlicher Nutzung in den Flusseinzugsgebieten auf Schwermetallbelastungen Berücksichtigung. 

 

Zusammenfassung

Hochwasserrückhaltebecken sind wirksame Komponenten des Hochwasserrisikomanagements. Zwischen den Einstauereignissen sind die Becken trocken (Trockenbecken) und können anderweitig  genutzt werden. Insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung steht jedoch in starker Konkurrenz zur Hochwasserschutzfunktion des Beckens, da zum einen die Überstauung landwirtschaftliche Erträge mindert, zum anderen aber auch Schadstoffe durch Hochwasser in die Böden der Retentionsflächen eingetragen, akkumuliert und dann durch einen erneuten Einstau wieder ausgelöst werden können. Ziel dieses Forschungsprojekts war es, die aktuelle Landnutzung sowie die Bodenverbreitung in den Untersuchungsgebieten Erft- und Rems-Einzugsgebiet zu erfassen und die negativen ökologischen Folgen einer Überstauung der Retentionsflächen zu minimieren. Hierfür wurden die Auswirkungen von Schadstoffeinträgen (insbesondere Schwermetalle) in Hochwasserrückhaltebecken auf die Schadstoffmobilisierung, -verlagerung und –aufnahme durch Kulturpflanzen untersucht. Hierbei wurde zwischen kurzfristigen Einwirkungen durch veränderte physikochemische Bedingungen (Redoxpotential, pH-Wert, Schwermetallmobilität) durch den Einstau und langfristigen Einwirkungen (Schadstoffakkumulation über Sediment- und Schadstoffeinträge im Boden) unterschieden.

 

Ergebnisse:

  • Die kurzfristige Veränderung des Redoxpotentials ist für die landwirtschaftliche Nutzung weniger relevant als die langfristige Akkumulation von Schwermettallen; die Einstaudauern von wenigen Tagen sind zu kurz, um die im Labor nachgewiesene Schadstoffmobilisierung auszulösen.
  • Die Schwermetallbelastungen der Rückhaltebecken Winterbach (Rems) und Horchheim (Erft) unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Nutzung stark; aufgrund der Bergbauaktivitäten werden im oberen Erft-Einzugsgebiet durch Wind- und Wassererosion Schwermetalle in Gewässer eingetragen und akkumulieren im Sediment.
  • Die Schwermetallbelastungen in Horchheim überschreiten teilweise die Grenzwerte der BBodSchV und lassen eine ackerbauliche Nutzung nicht zu. Eine Nutzung als Grünland oder als Anbaufläche für Energiepflanzen wäre möglich.
  • Eine gute Möglichkeit zur Beeinflussung der Sediment – und Schwermetalldeposition stellt die Abflusssteuerung des Beckens dar: Becken, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, können als Schadstoffsenken dienen, um Unterlieger zu schützen. Sie müssen dann jedoch wie eine Schwermetallaltlast saniert werden.    

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundvorhaben: Entwicklung eines integrativen Bewirtschaftungskonzeptes für Trockenbecken und Polder zur Hochwasserrückhaltung, Teilprojekt 2: Angepasste Landnutzung in Retentionsräumen und in deren Einzugsgebiet zur Minimierung von Umweltschäden und Ertragseinbußen in der Landwirtschaft

Projektnummer: 02WH0656

Projektzeitraum: 2005 - 2008

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

Projektansprechpartner:

Frau Kreschnak

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)