Landwirtschaft

Klimafolgen-Management – Substitution von Grundwasser für die Feldberegnung und Prognose des künftigen Wasserbedarfs

Aufgrund des steigenden Beregnungsbedarfs in der Landwirtschaft entwickeln die Projektpartner einen Maßnahmenkatalog, um Wasserknappheit und -konflikten rechtzeitig zu begegnen. Obwohl für Niedersachsen entwickelt, ist die Übertragung des Katalogs auf andere Regionen möglich. Ferner umfassen die Arbeiten Prognosen für den zukünftige Beregnungsbedarf und Möglichkeiten zur Substitution von Grundwasser als Ressource für die Beregnung.

 

Zusammenfassung

Da die Landwirtschaft vor allem von klimatischen Bedingungen abhängig ist und die Klimaaufzeichnungen und -simulationen diesbezüglich eine hohe Variabilität aufzeigen, müssen sich Landwirte auf vielfältige Entwicklungen einstellen. So spielen etwa in Niedersachsen schon heute Feldberegnungen eine große Rolle, um Produktertrag und -qualität sicherzustellen. Allerdings nimmt der Anteil beregneter Flächen im Gegensatz zur knappen Ressource Wasser stetig zu. Fast die gesamte Wassermenge zur Beregnung stammt aus Grundwasserkörpern, obwohl bei einigen eine Entnahmeerhöhung nicht oder nur noch in geringem Maße möglich ist.

Aufgabe des Projektes ist die Erfassung der aktuellen Beregnungssituation sowie die Folgenabschätzung für die Landwirtschaft auf Basis der Klimasimulationen. Daran anknüpfend sollen Anpassungsmaßnahmen entwickelt und ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.

Aufgrund der Bodenverhältnisse und der langjährigen intensiven Beregnungstätigkeit wurden die Landkreise Celle, Gifhorn und Peine sowie die Region Hannover als Untersuchungsgebiet gewählt. 

 

Ergebnisse:

  • Bis 2050 werden 50 % der nördlichen Flächen einen Beregnungsbedarf von mindestens 75 mm/a aufweisen, langfristig erreicht 1/3 der Ackerflächen einen Beregnungsbedarf von über 80 mm/a. Damit wird mehr Wasser benötigt, als durch die gegenwärtigen Erlaubnisse zur Wasserentnahme bereitgestellt werden kann.
  • Für die nördlichen Gebiete ergibt sich ein Anstieg der potenziellen Beregnungswassermenge von 278 Mio. m³/a auf 335 Mio. m³/a und für die südlichen im Mittel ein Zusatzwasserbedarf von 56 Mio. m³/a, der bis 2100 auf 70 Mio. m³/a ansteigt.
  • Für die Beregnung kann alternativ zu Grundwasser Oberflächenwasser genutzt werden. Aufgrund der höheren Temperatur ist die Gefahr eines Temperaturschocks und somit einer Wachstumsdepression geringer.
  • Außerhalb der Vegetationsperiode können Wasserüberschüsse aus Oberflächengewässern sowie Klarwasser zur Versickerung genutzt werden, um zur lokalen Regeneration von Grundwasserkörpern beizutragen.

Förderung

Fördernde Institution

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderprogramm

Klimazwei

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundvorhaben: Regionales Management von Klimafolgen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg; Teilvorhaben 6: Potenziale zur Substitution von Grundwasser für die Feldberegnung

Projektnummer: 01LS05038F

Projektzeitraum: 2008 - 2011

Projektort: Deutschland (Niedersachsen)

Projektansprechpartner:

Herr Fricke

+49 (0)511 / 3665-4361

+49 (0)511 / 3665-4591

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)