Elektro & Elektronik

Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" – Kommunenwettbewerb (Teil B)

Die Städte Geseke und Karlsruhe und die Gemeinde Baltrum wurden für ihre Konzepte zur Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Gebäuden ausgezeichnet.

 

Zusammenfassung

Die Bundesregierung hatte den Bundeswettbewerb "Energieeffiziente Stadtbeleuchtung" initiiert, um auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen, wie Kommunen Energie einsparen und damit ihre Betriebskosten langfristig senken können.

Als Ergebnis des Wettbewerbs werden Konzepte unterstützt, die eine sehr gute Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit sowie eine hohe Qualität der Beleuchtungstechnik erreichen, „Leuchtturmcharakter“ besitzen und als Vorbild für andere Kommunen dienen können. Die Jury legte ein besonderes Augenmerk auf die zeitnahe Umsetzung der Konzepte und hat am 24. Mai 2009 hat u.a. die Konzepte folgende Städte und Gemeinden ausgezeichnet.

Stadt Geseke 

(3. Preis in der Kategorie Städte mit 10.000 bis 50.000 Einwohnern)

Die Stadt Geseke hat 107 Leuchtenköpfe auf Verkehrstraßen mit energieeffizienten Lampen umgerüstet. Diese werden zusätzlich über ein Beleuchtungsmanagement gesteuert und überwacht. Dadurch wird das Kabelnetz ein Datenübertragungsnetz und jeder Lichtpunkt zu einem Datenpunkt. So wird das Stromnetz zur Schnitt stelle für Kommunikation, und es ergeben sich eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten (z.B. WLAN-Internetzugang, ansteuerbare Parkleitsysteme, beleuchtete Werbetafeln, Steckdosen mit Abrechnungssystemen zum Aufladen von E-Bikes an den Masten oder Vehicle-to-Grid – V2G).

Mit dem Einsatz der neuen Leuchten- und Lampentechnologie werden über 30 % der elektrischen Leistung eingespart. Durch das Managementsystem und die damit mögliche dynamische Anpassung des Beleuchtungsniveaus wird eine zusätzliche Energieeinsparung von nochmals gut 30 % erreicht. 

(CO2-Einsparung: 26,14 t pro Jahr)

Gemeinde Baltrum 

(2. Preis in der Kategorie Städte und Gemeinden unter 10.000 Einwohnern)

Das Gesamtvorhaben setzte sich aus der Sanierung der Straßenbeleuchtung und der Illumination des Dorfplatzes zusammen. Die Gemeinde Baltrum hat die vorhandene alte Straßenbeleuchtung (vornehmlich die Leuchtenköpfe) komplett zu erneuert. Die alte Straßenbeleuchtung bestand aus 184 Leuchtstellen, vorwiegend aus Pilzleuchten, in denen Quecksilberdampflampen unterschiedlicher Leistung (50 W, 80 W bzw. 125 W) zum Einsatz kamen. Die neue Beleuchtung besteht aus Mastaufsatzleuchten mit Energiesparlampen (26 W). Die Leuchtenköpfe sind unbedingt für den Insel- bzw. Nordseeeinsatz geeignet, da sie durch ihre Form und die Verarbeitung dem Wind eine geringe Angriffsfläche geben und die Materialien sehr standhaft sind.

(CO2-Einsparung: 25,21 t pro Jahr)

Für die Illumination des Dorfplatzes entschied sich Baltrum für vier LED-Leuchten mit einer Anschlussleistung von jeweils 24 W. Durch diese innovative Beleuchtung wird der Dorfplatz als besonderer Ort auf der Insel hervorgehoben.

Stadt Karlsruhe 

(Sonderpreis in der Kategorie „Sanierung einer Illumination“)

Vor der Umgestaltung der Beleuchtungsanlage wurde die Anstrahlung des Gebäudes mittels zwei Natriumdampf-Hochdruckstrahlern realisiert. Die Abstrahlungsverluste der Anlage und die Lichtverschmutzung waren sehr hoch. Zudem war das Gebäude in der Nacht durch die einseitige Anleuchtung der westlichen Fassade nur aus einer Himmelsrichtung gut erkennbar.

Nach der Sanierung Ende Juli 2010 ist das Gebäude von überall her gut erkennbar, da der Turm nun aus vier Richtungen von sechs Strahlern mit Metallhalogendampflampen (Anschlussleistung von 172 W) angestrahlt wird. Eine technische Neuheit auf dem Gebiet der Beleuchtung, die sogenannte „Gobotechnik“, verringert die Abstrahlung in den Himmel auf ein Minimum. Mit dieser Lichttechnik wird ein gleichmäßiges Erscheinungsbild erreicht und die beleuchtete Fläche präzise begrenzt. 

Insgesamt konnten die CO2-Emissionen um 50 % reduziert werden. 

(CO2-Einsparung: 2,52 t pro Jahr)

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Stadt Geseke

Gemeinde Baltrum

Stadt Karlsruhe

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Sanierung bestehender Leuchtpunkte unter Nutzung von effizienten Natriumdampflampen in Verbindung mit einer innovativen Einzellichtpunktsteuerung; 

Sanierung der kompletten Straßenbeleuchtung – zweiter Preisträger in der Kategorie „Sanierung unter 10.000 Einwohner“; 

Sanierung der Anstrahlung der Burgruine auf dem Turmberg unter Verwendung einer Lichtprojektionstechnik

Projektnummer: 20167, 20168, 20179

Aktenzeichen: 30422/2, 30442/7, 30442/17

Projektzeitraum: 2009 - 2010

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg)

 

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Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes