Elektro & Elektronik

Energieeffiziente Sanierung historischer Stadtleuchten in der Stadt Düsseldorf

Die Stadt Düsseldorf sanierte bzw. ersetzte auf mehreren Straßenzügen die bestehenden Gasleuchten. Durch den Einsatz energieeffizienterer elektrischer Leuchtmittel zusammen mit einer bedarfsgerechten Leistungsreduzierung verringerten sich der jährliche Energieverbrauch und folglich die CO2-Emissionen. 

 

Zusammenfassung

Die Stadt Düsseldorf hat sich mit 6 Teilvorhaben am Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung“ beteiligt. Um die Akzeptanz der Bevölkerung für die Sanierung und den Ersatz der historischen Gasleuchten zu erhöhen, entwickelte die Stadt verschiedene individuell angepasste technische Lösungen. 

 

Technische Lösungen

Teilvorhaben 1: 

Im Wohngebiet Lohausen wurden die Gaslaternen durch LED-Leuchten ersetzt. Diese werden einzeln angesteuert und auf 30 % der maximalen Leistung gedimmt. 

 

Teilvorhaben 2: 

Auf einer Hauptstraße (Danziger Straße) wurde die vorhandene Beleuchtungsanlage aus dem Jahr 1960 altersbedingt komplett erneuert. In die neue Anlage wurde eine Straßenleuchte mit einer Natriumdampf-Hochdrucklampe eingesetzt. Die neue Anlage wird verkehrsabhängig gesteuert. Zur Erfassung des Verkehrsaufkommens dienen die bereits zur Verfügung stehenden Detektoren des Verkehrsmanagement-Systems. Die Nutzung von vorhandenen Verkehrsdaten zur Beleuchtungssteuerung hat bundesweit Pilotcharakter. 

 

Teilvorhaben 3 und 4: 

Auf verschiedenen im Stadtgebiet verteilten Straßen (Sammelstraßen) wurde die vorhandene Gasbeleuchtung durch Natriumdampf-Hochdrucklampen ersetzt. Die Anlagen werden zu bestimmten Zeiten leistungsreduziert betrieben.

 

Teilvorhaben 5: 

In die dekorativen Leuchten auf der Königsallee wurden bisher freistrahlende Quecksilberdampf-Hochdrucklampen eingesetzt. Dies führte zu einer hohen Blendung und einer hohen Lichtemission. Durch den Einsatz eines Refraktors, der Restaurierung des vorhandenen Leuchtenreflektors und dem Einbau einer Halogen-Metalldampflampe mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) wurde die Lichttechnik der Bestandsleuchte deutlich verbessert und die Leistungsaufnahme um 53 % reduziert. Die Halogenmetall-Dampflampe erfüllt die Forderung, an diesem Ort eine gute Farbwiedergabe sicherzustellen.

 

Teilvorhaben 6: 

Auf der Düsseldorfer Burgallee ersetzte die Stadt die bisher eingesetzten elektrisch betriebenen Quecksilberdampf-Hochdrucklampen in den historischen Gasleuchten. Die Einbauten der ehemaligen Gasbeleuchtung wurden nachgebildet und anstatt der typischen Glühstrümpfe sind Attrappen mit integrierten LED´s eingesetzt. Die Lichtfarbe der LED ähnelt dem Gaslicht. Über ein Steuerungssystem wird die Leuchtenleistung zeitabhängig halbiert.

 

Ergebnisse:

Durch die neuen elektrischen Beleuchtungsanlagen mit energieeffizienten Leuchtmitteln und einer bedarfsgerechten Leistungsreduzierung verringerte sich der jährliche Energieverbrauch in den betrachteten Straßenzügen um rund 20%. Durch diese Energieeinsparung verringerten sich die CO2-Emissionen um 428 Tonnen.

  • Weitere wesentliche Vorteile für die Umwelt waren:
  • Lichtemissionen in den Nachthimmel werden reduziert
  • durch LED-Licht verringert sich der nächtliche Insektenanflug um bis zu 80 % im Vergleich zu anderen elektrischen Anlagen
  • verlängerter Wartungszyklus und geringerer Instandsetzungsaufwand
  • Vermeidung des schwach radioaktiven Sondermülls, da keine Glühstrümpfe mehr eingesetzt werden
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Schlussfolgerungen

Die hohen Einsparpotentiale resultieren hier aus dem Ersatz von Gasleuchten. Aber auch bei der Sanierung von Stromleuchten lassen sich z. B. bei dem Ersatz einer Leuchte mit Quecksilberdampf-Hochdrucklampen, Einsparpotentiale von über 50 % erreichen. 

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Landeshauptstadt Düsseldorf

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Sanierung der Straßenbeleuchtung für unterschiedliche Straßentypen unter Nutzung verschiedener Technologien (6 Teilvorhaben)

Projektnummer: 20174

Aktenzeichen: MBc3-001707

Projektzeitraum: 2009 - 2011

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

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Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes