Kunststoffe

Extrusionskaschierung für Verpackungsfolien ohne gesundheitsschädliche Substanzen

Im Rahmen des Vorhabens untersuchen die Projektpartner den Einsatz der Extrusionskaschierung zur Herstellung von Verpackungsfolien und leisten damit einen Beitrag zur Substitution der gesundheitsschädlichen Isocyanate. Untersuchungsgegenstand sind Verpackungsfolien für Lebensmittel und die enterale Ernährung. 

 

Zusammenfassung

Um die Haltbarkeit, den Transport und die Lagerung von Lebensmitteln gewährleisten zu können, werden an die Verpackungen hohe Anforderungen gestellt. Derzeit werden v.a. Folien aus biaxial orientiertem Polypropylen mit einer Sperrschichtfolie aus Aluminium-bedampfter PET-Folie eingesetzt. Als problematisch erweist sich hier jedoch die Kaschierung der bedampften Folien – d.h. deren Verbindung miteinander – da in nahezu allen Anwendungsfällen Klebstoffe (und auch Druckfarben) mit aromatischen Isocyanaten genutzt werden. Restmengen dieser äußerst gesundheitsschädlichen Stoffe können migrieren und bereits in den Folien oder im Füllgut zu kanzerogenen aromatischen Aminen reagieren. Als Alternative gilt die Extrusionskaschierung, bei der die Folienverklebung mittels thermisch plastifizierter Polymere erfolgt und i.d.R. keine gesundheitsschädlichen Substanzen freigesetzt werden. Momentan ist deren Verwendung zur Abpackung von Füllgütern jedoch noch nicht möglich.

Ziel ist es, die technische Basis für den Einsatz der Extrusionskaschierung für die Herstellung von Verpackungsfolien zu legen, um so die Kaschierklebstoffe und damit die aromatischen Isocyanate zu substituieren. Dabei soll jedoch die wesentliche Funktionalität (Barriere-, Haftungs-, Verarbeitungseigenschaften) nicht eingeschränkt werden.

 

Ergebnisse:

  • Für eine Käsekleinverpackung wurde eine Verbundhaftung von etwas über 1 N/15 mm erreicht.
  • Der für die enterale Ernährung entwickelte Dreischichtverbund wurde mit einer coextrudierten Polyamid-Zwischenschicht entwickelt, die die nötige Verbundhaftung aufweist.
  • Die Nussverpackung mit metallischer Barriereschicht erreicht die an Sauerstoff- und Wasserdampfdurchlässigkeit, Verbundhaftung, Siegelnahtfestigkeit und Durchstoßfestigkeit gestellten Anforderungen. Es findet keine Lichtoxidation statt und die geforderte Mindesthaltbarkeitsdauer von 9 Monaten wird nachweislich erreicht.
  • Andere Anwendungen mit ähnlich konzipierten Verpackungen sind vorstellbar.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundvorhaben: Thermoplastische Kaschierklebstoffe - Extrusionskaschieren für flexible Hochbarriereverbunde ohne Komponenten mit Risikopotential

Projektnummer: 0330413

Projektzeitraum: 2002 - 2005

Projektort: Deutschland (Hessen)

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)