Deponierung

Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen Abfall- und Wasserproben

Neben der Charakterisierung verschiedener Wassertypen wurden die Wechselwirkungen zwischen relevanten Abfall- und Wasserproben untersucht. Hiernach können Filterstäube sowie Rauchgasreinigungsrückstände aus Sondermüll- und Hausmüllverbrennungsanlagen aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit in der Regel nicht immissionsneutral untertage abgelagert werden.

 

Zusammenfassung

In Deutschland sind als Folge bergmännischen Abbaus untertägige Hohlräume entstanden, die häufig mit Abfällen verfüllt werden. Es ist geplant, diese Praxis der Abfallverwertung oder -beseitigung auf weitere Standorte auszuweiten. Hierbei sind Vorkehrungen zu treffen, damit das im Wirtsgestein anstehende Grundwasser nicht verunreinigt wird.

 

Um Beurteilungsgrundlagen zu schaffen, sind nach Auswertung einer Literaturrecherche verschiedene Grundwässer, Grubenwässer und Mineralwässer in Deutschland charakterisiert worden. Anschließend wurden im Labor spezifische Wechselwirkungen zwischen ausgewählten Abfallproben und relevanten Wasserproben untersucht.

 

Ergebnisse:

  • Wassertypen, die in untertägige Hohlräume vordringen, können mit Abfällen in Wechselwirkung treten und gelöste Schadstoffe in das umgebende Gebirge transportieren.

 

  • Die untersuchten Abfallarten (Filterstäube / Rauchgasreinigungsrückstände aus Hausmüll- und Sonderabfallverbrennungsanlagen) erfüllten die Anforderungen an eine immissionsneutrale Ablagerung nicht. Je nach eingesetztem Grundwasser enthielt der gelöste Anteil aus den Abfällen hohe Gehalte an leicht löslichen Sulfiden und Chloriden sowie toxischen Schwermetallen.

 

  • Es sind keine Allgemeinaussagen möglich. Um eine Ablagerung hinsichtlich ihrer Immissionsneutralität bewerten zu können, müssen immer diejenigen Standortbedingungen berücksichtigt werden, die langfristig in einer Untertagedeponie wirken (Abfallart, Menge und Beschaffenheit der Grundwässer, geochemische Randbedingungen).

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Charakterisierung von mineralisierten Tiefengrundwässern in nichtsalinaren Festgesteinen: Untersuchungen von Wechselwirkungsreaktionen mit Abfällen bei der immissionsneutralen Ablagerung

Projektnummer: 02C0173/4, 02C0435/5

Projektzeitraum: 1993 - 1996

Projektort: Deutschland (Bayern, Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Herr Dr. Brasser

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)