Deponierung

Abschätzung der Restemissionen von Deponien in der Betriebs- und Nachsorgephase auf der Basis realer Überwachungsdaten

Die Auswertung von Überwachungs- und Kontrolldaten von 53 Siedlungsabfalldeponien bildet die Grundlage für eine breite Übersicht über die Zusammenhänge zwischen Abfallart, Deponietechnik und -gestaltung einerseits und Qualität und Menge des Sickerwassers sowie der Gasmenge andererseits. 

 

Zusammenfassung

Das deutsche Abfallrecht enthält umfangreiche Anforderungen an die Überwachung und Kontrolle der Betriebs- und Nachsorgephase von Siedlungsabfalldeponien. Konkrete Orientierungswerte für die Festlegung des Endes der Nachsorgephase sind jedoch nicht vorgegeben. Auch findet neben der Einzelfallüberwachung keine übergreifende Auswertung der Daten mehrerer Deponien statt.

Das Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens war die Abschätzung der Zeitdauer der Nachsorgephase von Siedlungsabfalldeponien. Zudem sollte der zu erwartende Verlauf der Emissionen bei Altanlagen anhand von Einzelfallbeispielen und übergreifenden Darstellungen dokumentiert werden. Dazu wurden die Entwicklungen von Sickerwasseremissionen und Gasproduktionsraten von insgesamt 53 Deponien erhoben und ausgewertet.

 

Ergebnisse:

  • Es ergeben sich deutliche Zusammenhänge zwischen einzelnen Abfallarten und der Sickerwasserqualität. Deshalb stellt die Qualität des Sickerwassers stellt den ausschlaggebenden Faktor für die individuelle Nachsorge dar.
  • Durch gezielte Kontrolle der Sickerwassermenge lassen sich Schäden in der Basisabdichtung frühzeitig erkennen.
  • Die Gasproduktion ist in der Regel nach 20 Jahren auf unkritische Werte zurückgegangen.
  • Die ausgewerteten Sickerwasserqualitätsdaten zeigen, dass Stickstoff der am schwierigsten zu prognostizierende Parameter ist.
  • Schwermetalle spielten bei den untersuchten Deponien auf Grund ihres, vom pH-Wert abhängigen Löslichkeitsverhaltens keine Rolle für die Dauer der Nachsorge.
  • Aus den Erkenntnissen der Studie resultiert eine Reihe von Empfehlungen für den Umgang mit Altdeponien, die mit unvorbehandeltem Abfall verfüllt worden sind. Zum Beispiel erscheint das Aufbringen eines wasserundurchlässigen Oberflächenabschlussses nur bei Grundwassergefährdungen zweckmäßig, weil die Abdichtung grundsätzlich nicht zur Inertisierung führt, sondern nur zur Konservierung des Abfalls beiträgt.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Abschätzung der Restemissionen von Deponien in der Betriebs- und Nachsorgephase auf der Basis realer Überwachungsdaten

Projektnummer: 1471067

Projektzeitraum: 1996 - 1999

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Ehrig

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

++ 49/202/439-1

++ 49/202/439-2904

Publikation ansehen

Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)