Konzepte der Abfallwirtschaft

Integriertes Management von Industrieabfällen in Kaluga

Am Beispiel der Modelregion Kaluga entwickelten und diskutierten deutsche und russische Experten gemeinsam Empfehlungen und technische Lösungsvorschläge für ein umweltgerechtes Management industrieller Abfälle in der Russischen Förderation. 

 

Zusammenfassung

Ausgangssituation

In Russland entstehen jährlich große Mengen produktionsspezifischer Abfälle. Wesentliche Gründe hierfür sind veraltete Produktionstechnologien und Maschinen, die zu einer schlechten Ausnutzung der eingesetzten Rohstoffe führen. In der Region Kaluga tragen Industrieabfälle zu etwa 80% zum Gesamtabfallaufkommen bei. Diese können durch die schwach entwickelte oder nach dem Zerfall der Sowjetunion zusammengebrochene Sekundärverarbeitungsindustrie nicht verwertet werden. Die Ablagerung dieser Abfälle auf ungeeigneten Deponien belastet Luft, Wasser und Boden über die zulässigen Grenzwerte hinaus. Seit 2002 ist zudem ein Gesetz in Kraft, das Unternehmen verpflichtet, ihr reales Abfallaufkommen zu berichten.

Ziel des deutsch-russischen Projektes war es, den Rahmen für einen rationellen und ökologisch unbedenklichen Umgang mit industriellen Abfällen in der Russischen Föderation (RF) zu schaffen und die Grundlage zu dessen Einführung am Beispiel des Gebiets Kaluga vorzubereiten.

Dabei sollten das Vorgehen und die Maßnahmen so gewählt werden, dass keine großen Investitionen benötigt werden, sondern diese im Rahmen vorhandener Möglichkeiten durchgeführt werden können. Die Übertragung der deutschen Erfahrungen sollte in Berücksichtigung konkreter Bedingungen in der Russischen Förderation erfolgen. 

 

Vorgehensweise und Ergebnisse 

Im ersten Schritt werteten die Projektpartner die rechtlichen, institutionellen und technischen Bedingungen für den Umgang mit industriellen Abfällen umfassend aus. Es folgte eine ausführliche Analyse der Abfallströme hinsichtlich der Abfallmengen, Abfallarten sowie der Abfallgefährlichkeit nach Branchen. In Modellbetrieben erarbeiteten die Partner gemeinsam Lösungen für einen umweltgerechten Umgang mit entstehenden Abfällen, für die Verringerung der Abfallmengen und für die Abfallverwertung. Als ein möglicher Lösungsvorschlag wurde z.B. diskutiert, wie sich eine Anlage realisieren ließe, in der heizwertreiche, vor allem ölhaltige Abfälle, zu einem Ersatzbrennstoff aufbereitet werden, der für die energetische Verwertung in einem Zementdrehrohr geeignet ist. Die russischen Projektpartner (Ecoanalytika) entwickelten eine Software zur Sammlung, Bearbeitung und Verwaltung der Abfalldaten, die zur Erprobung in der Stadt Kaluga eingesetzt wurde. Die Auswertung der Projektergebnisse ermöglichte die Formulierung eines Projektvorschlags zur Fortführung und Weiterentwicklung der deutsch-russischen Zusammenarbeit in Fragen der Abfallwirtschaft und des regionalen Abfallmanagements.

 

Schlussfolgerung

Die Empfehlungen sind auf der Basis von Regelungen und Erfahrungen in Deutschland konzipiert worden. Die Verfasser gehen nicht davon aus, dass in der Russischen Föderation der Umgang mit Abfällen genauso, wie in Deutschland, gestaltet werden muss.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG), Niederlassung Berlin

Kooperationspartner

Ecoanalytika, Kaluga

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Modellhaftes integriertes Managementsystem zum Umgang mit Industrieabfällen am Beispiel des Gebietes Kaluga

Projektnummer: 000974

Aktenzeichen: FKZ: 38001077

Projektzeitraum: 2003 - 2006

Projektort: Deutschland (Berlin), Russische Föderation

Projektansprechpartner:

Projektservicestelle des Beratungshilfeprogramms

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Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes