Konzepte der Abfallwirtschaft

Verwertung von Haushaltsabfällen in Armenien

Das deutsch-armenische Kooperationsprojekt qualifizierte armenische Experten Daten zum Abfallaufkommen und zur Zusammensetzung der Haushaltsabfälle in Armenien zu erheben und die Abfälle zu analysieren. Anhand der durchgeführten Sortieranalysen wurde das Potential an verwertbaren Abfällen in Armenien aufgezeigt und abfallwirtschaftliche Maßnahmen empfohlen. 

 

Zusammenfassung

In Armenien existiert ein wenig geordnetes System der Abfallwirtschaft. Haushaltsabfälle werden nicht getrennt erfasst und oft in unmittelbarer Nähe der Siedlungen verkippt. Geordnete Deponien sind unbekannt bzw. nur in Ansätzen vorhanden. Gleichwohl gibt es ein informelles System der Müllsammler. Diese konzentrieren sich im Wesentlichen auf Metalle, Glasflaschen und in geringem Umfang auf Papier und sonstige Verpackungen.

Allerdings könnte sich die getrennte Erfassung und Verwertung durchaus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickeln, der Einkommen sowohl für die öffentlichen Haushalte als auch für Unternehmen schafft. Aufgrund fehlender Daten zu Abfallaufkommen und zur stofflichen Struktur der Haushaltsabfälle ist es gegenwärtig aber schwierig, einen solchen Prozess zur Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft anzustoßen.

Ziel dieses Projektes war es, auf der Grundlage fundierter Datenerfassungen und -analysen eine Einschätzung und Beschreibung der abfallwirtschaftlichen Ist-Situation in Armenien zu geben und in Auswertung dessen Maßnahmen zu entwickeln und ein Gesamtkonzept vorzuschlagen, um perspektivisch die Abfallmengen auf den dortigen Deponien zu reduzieren und damit Belastungen durch Sickerwasser und Deponiegas zu vermindern. Gleichzeitig sollen mehr Abfallbestandteile einer Verwertung zugeführt werden. Dadurch kann ein Beitrag zur Einsparung von Ressourcen und zur nachhaltigen Schonung der Umwelt geleistet werden.

 

Methoden und Ergebnisse

Dozenten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg schulten während eines zweiwöchigen Intensivkurses in Deutschland armenische Partner aus Wissenschaft und Kommunen zu abfallwirtschaftlichen Grundlagen. Während Fachexkursionen lernten diese deutsche Abfalllogistik und -technik kennen.

In Armenien sortierten und analysierten die Partner gemeinsam in fünf unterschiedlich großen Kommunen in allen vier Jahreszeiten Haushaltsabfälle. Hierbei wurden Aspekte wie Siedlungsstrukturen, saisonale Unterschiede, Anzahl und Art der Abfallfraktionen, Mengenanteile und Zusammensetzung der Fraktionen berücksichtigt.

Mit den Ergebnissen waren Hochrechnungen für die Kommunen und ganz Armenien möglich und es konnte das Potential an verwertbaren Abfällen aufgezeigt werden. Die Arbeitsgruppe leitete beispielhaft für eine Kommune Empfehlungen für abfallwirtschaftliche Maßnahmen und Empfehlungen für Armenien ab und führte Recherchen zur Wirtschaftlichkeit der Verwertung einzelner Fraktionen durch.

 

Schlussfolgerungen

Ein Umbruch von der wilden Abfallbeseitigung in eine geordnete Abfallwirtschaft wird Armenien neben dem Umweltschutz auch die Schonung der natürlichen Ressourcen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Abfallwirtschaft ermöglichen.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Logistik und Materialflusstechnik (ILM)

Kooperationspartner

Staatliche Universität Eriwan für Architektur und Bauwesen

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verwertung von Haushaltsabfällen in Armenien: Personalschulung, Datenerhebung inklusive Abfallanalysen, Empfehlungen für das abfallwirtschaftliche Handeln

Projektnummer: 1590

Aktenzeichen: FKZ: 38001207

Projektzeitraum: 2009 - 2011

Projektort: Deutschland (Sachsen-Anhalt), Armenien

Projektansprechpartner:

Projektservicestelle des Beratungshilfeprogramms

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Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes