Mechanisch-Biologische Behandlung

Huminifizierungsprozesse und Huminstoffhaushalt während der Rotte und Deponierung von Restmüll

Untersuchungen belegen, dass die in der Technischen Anleitung Siedlungsabfall festgesetzten Grenzwerte für den Glühverlust und Gesamtkohlenstoffgehalt bei der Deponierung von mechanisch-biologisch vorbehandeltem Restmüll nicht eingehalten werden können. Gleichfalls ergaben sich nur geringfügige mikrobielle Ab- und Umbauprozesse und daraus resultierende Emissionen. 

 

Zusammenfassung

Die Einführung der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) erfolgt in Deutschland zum 01.06.2005. Hiernach müssen Restabfälle, die deponiert werden sollen, entweder thermisch oder mechanisch-biologisch vorbehandelt werden, um die Grenzwerte beim Glühverlust von <5% Trockensubstanz und beim Gesamt-Kohlenstoffgehalt (TOC) von <105 mg/m³ einhalten zu können.

Weil diese Grenzwerte ungeeignet sind, die biologischen Abbauprozesse und das Emissionsverhalten während der mechanisch-biologischen Vorbehandlung (MBV) zu beschreiben, wurden alternative Parameter und diesbezügliche Grenzwerte gesucht, um eine ökologisch unbedenkliche Deponierung nach TASi sicherzustellen.

In diesem Projekt wurden hierzu 9 Proben aus MBV-Restmüll untersucht und mit Restmüllproben aus Deponiesimulationsversuchen verglichen.

Ergebnisse:

  • Erwartungsgemäß konnte keine MBV-Probe die Ablagerungswerte der TASi für die Parameter Glühverlust und Feststoff-TOC einhalten.
  • Als geeignete Alternativ-Parameter erwiesen sich das Cellulose-/Ligninverhältnis und die basale/potentielle Atmungsaktivität.
  • Das Kohlenstoff/Stickstoff (C/N)-Verhältnis eignete sich nur zur Beschreibung aerober Prozesse.
  • Der Vergleich mit Proben aus der Deponiesimulation ergab folgende maximale Abbauraten von MBV-Restmüll: 99% TOC, 90% Kohlenhydrate, 90% bezüglich des Alkyl-/O-Alkyl-C-Verhältnisses und 93% Atmungsaktivität.

Fazit:

Trotz eines Kunststoffanteils von 20-40% (TOC) sind mikrobielle Huminifizierungsprozesse und daraus resultierende Emissionen bei der Deponierung von MBV-Restmüll nur in geringem Umfang zu erwarten.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

TU München (Lehrstuhl für Bodenkunde)

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Mechanisch-biologische Behandlung von zu deponierenden Abfällen: Huminifizierungsprozesse und Huminstoffhaushalt während der Rotte und Deponierung von Restmüll

Projektnummer: 1471054/9

Projektzeitraum: 1996 - 1999

Projektort: Deutschland (Bayern)

Projektansprechpartner:

Frau Prof. Dr. Kögel-Knabner

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)