Sonderabfallbehandlung

Vergasung zur vollständigen Beseitigung organischer Schad- und Reststoffe

In vielen Abfällen sind organische Kohlenwasserstoffe enthalten, die unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen beseitigt werden müssen. Durch Anwendung des Steam-Reforming-Verfahrens gelingt es, sie mit Hilfe eines nickeldotierten Calciumaluminat-Katalysators und Wasserdampf in Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid umzuwandeln.

 

Zusammenfassung

Abfälle mit organischen Schadstoffen müssen unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen verwertet oder beseitigt werden. Hierzu gehören Lösungsmittel, Altfarben, Lackschlämme und Altöle, aber auch Emulsionen, Klärschlämme und Rückstände aus der Sanierung industrieller Altstandorte und militärischer Liegenschaften.

Unter dem Aspekt der stofflichen Verwertung wird die Umsetzung organischer Schadstoffe in energiereiche Gase angestrebt. Deshalb erfolgten im Rahmen des Projekts experimentelle Untersuchungen 

  1. zur thermo-katalytischen Vergasung organischer Substanzen mit Wasserstoff unter Verwendung eines nickeldotierten Calciumaluminat-Katalysators,
  2. zur Calciumaluminat-Beschichtung von Siliziumcarbid als eigenbeheizbares Trägermaterial.

 

Ergebnisse: 

Zu 1.)

Durch den thermisch-katalytischen Steam-Reforming-Prozess können organische Schadstoffe mit Hilfe eines nickeldotierten Calciumaluminat-Katalysators und Wasserdampf in Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid umgewandelt werden.

Die Umsetzung verschiedener Modellkohlenwasserstoffe ergab, dass Stickstoff keinen wesentlichen Einfluss auf die Aktivität des Katalysators besitzt. Bei den Chlorverbindungen traten Korrosionen am Wärmetauscher auf, wobei das Umsetzungsvermögen des Katalysators auf 82 % sank. Schwefelhaltige Schadstoffe lassen sich nur mit nickelfreien Calciumaluminat-Katalysatoren vollständig katalytisch vergasen.

Zu 2.)

Eine direkte Beschichtung von Siliziumcarbid mit Calciumaluminaten scheint nicht möglich zu sein. Erfolgsversprechender ist die Herstellung eines eigenbeheizbaren Katalysators durch einen Verbund aus den drei Komponenten SiC/Al2O3/Calciumaluminat mit einer Aluminiumoxid-Zwischenschicht.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Institut für Angewandte Physikalische Chemie (IPC), Forschungszentrum Jülich GmbH

Kooperationspartner

uve - Institut für Technische Chemie und Umweltschutz GmbH, Berlin

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Thermo-Katalytische Vergasung als neuartiges Verfahren zur vollständigen Beseitigung organischer Schad- und Reststoffe

Projektnummer: 1461102/8

Projektzeitraum: 1997 - 1998

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Herr Dr. Subklew

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++ 49/2461/61-4002

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)