Thermische Behandlung

Einfluss geänderter Stoffströme in der Abfallwirtschaft auf die zukünftige Qualität und Verwertungsmöglichkeiten von Müllverbrennungsschlacken

An zehn Müllverbrennungsanlagen wurden Versuche zur Korrelation zwischen der Müllzusammensetzung und den resultierenden mineralogischen, umweltrelevanten und bautechnischen Eigenschaften der Schlacken durchgeführt. Dabei wurde beispielsweise erkannt, dass Schwankungen sowie Änderungen im Müllinput, z.B. durch Mitverbrennung von Sperrmüll, Auswirkungen auf die mineralogische Phasenzusammensetzung der Feinfraktion haben.

 

Zusammenfassung

Da der Einfluss geänderter Stoffströme in der Abfallwirtschaft auf die Qualität und die Verwertungsmöglichkeiten von Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen bisher weitgehend unbekannt war, wurden im Rahmen dieses Forschungsprojektes in zehn Müllverbrennungsanlagen unterschiedlicher Verfahrenstechnik während des regulären Betriebes jeweils zwei Wochen anlagenspezifische Müllfraktionen in den Verbrennungsraum eingebracht und thermisch behandelt. 

Zusätzlich wurden in drei Müllverbrennungsanlagen Mehrfachversuche mit unterschiedlichen Müllfraktionen durchgeführt, um den Einfluss eines wechselnden Müllinputs bei gleicher Verfahrenstechnik auf die MV-Schlackenqualität untersuchen zu können. In drei weiteren Müllverbrennungsanlagen unterschiedlicher Verfahrenstechnik wurden die frisch produzierten MV-Rohschlacken jeweils zwei Wochen permanent beprobt, um den kurzfristigen Einfluss des Müllinputs auf die MV-Schlackenqualität bestimmen zu können. 

Ergebnisse: 

  • Ein gleichbleibender Müllinput hat bei einer konstanten Fahrweise der Müllverbrennungsanlage einen homogenen Mineralbestand in den MV-Rohschlacken zur Folge. 
  • Kurzzeitige Schwankungen im Müllinput spiegeln sich in der mineralogischen Phasenzusammensetzung der Fein- und Grobfraktion der beprobten MV-Rohschlacken wider, wobei die Änderungen im Müllinput besonders deutlich in der mineralogischen Phasenzusammensetzung der Feinfraktion zum Ausdruck kommen, in der die für das Alterationsverhalten maßgeblichen Mineralphasen angereichert sind und damit die notwendige Ablagerungszeit bis zu einem bautechnischen Einsatz der MV-Schlacken steuert. 
  • Die thermische Behandlung der großen Müllfraktionen Hausmüll, hausmüllähnlicher Gewerbeabfall und Gewerbeabfall führen zu vergleichbaren MV-Rohschlacken, während eine Mitverbrennung von Sonderfraktionen, wie z.B. Tiermehl und Sperrmüll, eine stärkere Auswirkung auf die Bildung der MV-Rohschlacken zeigt, die sich in einer unterschiedlichen mineralogischen Phasenzusammensetzung in der Feinfraktion der MV-Rohschlakken äußert. 
  • Eine unterschiedliche Verfahrenstechnik führt bei gleichbleibendem Müllinput zu MV-Schlacken unterschiedlicher Qualität. 
  • Während der Aufbereitung und Ablagerung der MV-Schlacken können aus unterschiedli­chen MV-Rohschlacken aufgrund starker Homogenisierungseffekte und entsprechender Steuerung der Aufbereitungs- und Lagertechnik MV-Schlacken gleicher Qualität erzeugt werden. 
  • Die Vorgaben der technischen Regelwerke in Bezug auf die Umweltverträglichkeit und die Bautechnik werden erfüllt.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Einfluss geänderter Stoffströme in der Abfallwirtschaft auf die zukünftige Qualität und Verwertungsmöglichkeiten von Müllverbrennungsschlacken

Projektnummer: 0330265 0330264

Projektzeitraum: 2001 - 2003

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)