Luftreinhaltung

Entstaubung eines direkt beheizten Spänetrockners durch ein elektrisch polarisiertes Kiesbettfilter (EFB-Filter)

Zur Entstaubung des Holzspänetrockners wurde der Fliehkraftabschneider durch einen kombinierten Kiesbett-Elektro-Filter (Electrostratic Filter Bed EFB) ersetzt. Die Staubpartikel werden an einer Sprühelektrode aufgeladen und in einem polarisierten Kiesbettfilter abgeschieden. Im Dauerbetrieb wird ein Reingaswert für Staub von 10 mg/m3 (t) eingehalten, und die Bildung geruchsintensiver Aerosole wird reduziert. Das System erzeugt keine Reststoffe: Der Kies wird in das Filterbett und der abgeschiedene Staub in die Verbrennungseinheit zurückgeführt.

 

Zusammenfassung

Es wurde ein kombinierter Kiesbett-Elektro-Filter (EFB-System) zur Entstaubung eines direkt beheizten Holzspänetrockners installiert. Die negativ geladenen Staubteilchen der Abluft werden von den positiv geladenen Seiten der Kiesfüllung angezogen. Während der 12-monatigen Demonstrationsphase wurde das System optimiert. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Reingaswert für Staub von durchschnittlich 5,5mg/m3 (t) erreicht wird. 

Die Geruchsemissionen werden zusätzlich um bis zu 50% reduziert. Das System erzeugt keine Reststoffe. Der Kies wird im Kreislauf gefahren. Der abgeschiedene Staub wird in die Verbrennungseinheit zurückgeführt.

Das EFB-System hat die großtechnische Reife erlangt. Es wird ein neuer Stand der Technik in der Entstaubung von Holzspänetrocknern in der Bundesrepublik Deutschland erreicht.

 

Erfolgreiche Entstaubung einer Trocknungsanlage für Holzspäne

Die Trocknung von Holzspänen für die Herstellung von Spanplatten erfolgt in Trocknungsanlagen, die direkt und indirekt beheizt werden. Neue Spänetrockner haben einen Spandurchsatz bis zu 25 t/h mit einer entsprechenden Wasserverdampfungsleistung. In diesen Spänetrocknern werden die Holzspäne bis zu einer Endfeuchte von 2 bis 3 % getrocknet. Je nach Trocknerkonzeption beträgt der Abgasvolumenstrom bis zu 200.000 m3/h. Die Trocknung ist zwangsläufig mit einer starken Staubentwicklung verbunden. Diese Stäube wurden früher ausschließlich mit (wenig effizienten) Fliehkraftabschneider aus dem Abgas abgeschieden. 

Vom Umweltbundesamt wurde im Auftrag des Bundesumweltministers aus Mitteln des Investitionsprogramms zur Verminderung von Umweltbelastlungen ein Projekt gefördert, bei dem die großtechnische Anwendung einer neuen Entstaubungstechnik, dem EFB-Filter (Electrostratic Filter Bed), hinter einer Holzspänetrocknungsanlage erfolgreich demonstriert wurde. 

Bei dem EFB-Filter handelt es sich um einen trocken arbeitenden Entstauber. Die Staubpartikel werden an einer Sprühelektrode elektrisch aufgeladen und danach in einem elektrisch polarisierten Kiesbettfilter abgeschieden. Der Kies wird kontinuierlich aus dem Filter ausgeschleust. Beim pneumatischen Transport der Kiese zu einer Staubkammer werden Staub und Kies mechanisch getrennt. Der gereinigte Kies wird anschließend dem Filterbett wieder zugeführt. Der in einem Gewebefilter abgeschiedene Staub, überwiegend Holzstaub, wird der Feuerung des Holzspänetrockners als Brennstoff zugeführt. 

Bei der Firma Kronospan Sandebeck wurde im Mai 1989 an einem direktbeheizten Spänetrockner ein derartiger EFB-Filter für einen Abgasvolumenstrom von 90.000 m³/h in Betrieb genommen. Die Anlage läuft seit diesem Zeitpunkt weitgehend störungsfrei. Im Dauerbetrieb wird mit diesem EFB-Filter eine Gesamtstaubreingaskonzentration von 10 mg/m³ (t) eingehalten. Unter Berücksichtigung, dass bei direkt beheizten Spänetrocknern der Gesamtstaub zu ca. 30 bis 50 % aus Flugasche der Brennkammer besteht und dass in den meisten Fällen der Buche bzw. der Eichenholzspananteil deutlich unter 50 % liegt, wäre bei einer Staubkonzentration von 10 mg/m³ (t) gleichzeitig eine Begrenzung für Eichen- und Buchenholzzustäube auf 5 mg/m³ möglich. Damit würde der vom Länderausschuss für Immissionsschutz empfohlene Emissionswert für diese Stäube eingehalten. 

Die Fertigprodukte, werden durch die Staubabscheidemaßnahme mit einem Kostenanteil von ca. 1 bis 2% (2,50 bis 4,00 DM; (ca. 1,28 bis 2,05 €)) pro Kubikmeter Spanplatte zusätzlich belastet. 

Die Anwendung von EFP-Filtern bewirkt gleichzeitig auch eine Reduzierung der geruchsintensiven Aerosole, die sich bei der Abkühlung, des Abgastroms bilden. Anhand der vorliegenden messtechnischen Überprüfung kann zwar keine eindeutige Geruchsminderung nachgewiesen werden, nach Auskunft der zuständigen Genehmigungsbehörde unterblieben aber nach der Inbetriebnahme des EFB-Filters die Beschwerden aus der Nachbarschaft über Geruchsbelästigungen. Zur sicheren Vermeidung von Geruchsbelästigungen können zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden. 

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Kronospan

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Planung, Bau und Betrieb einer Demonstrationsanlage zur Reduzierung der Abgas- und Geruchsemissionen bei der Trocknung von Holzspänen nach dem EFB-Filtersystem

Projektnummer: 1113

Aktenzeichen: FKZ: 50441-5/176

Projektzeitraum: 1988 - 1992

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Frau Fischer

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+49 (340) 2103 3067

+49 (340) 2104 3067

 

Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes