Abwassertechnik allgemein

Abwasserrecycling: Getrennte Grau- und Schwarzwasseraufbereitung und Weiterverwendung

Die Projektpartner entwickeln ein neuartiges Sanitärsystem, das durch die getrennte Aufbereitung von Schwarz- und Grauwasser gemäß den spezifischen Anforderungen für die Weiterverwendung Stoff- und Wasserkreisläufe nahezu vollständig schließt.

 

Zusammenfassung

Die herkömmliche Abwasserentsorgung durch Schwemmkanalisation weist erhebliche Defizite auf. Dies beinhaltet z.B. die Mischung und Verdünnung von Abwässern verschiedener Qualität und eine erschwerte Reinigung durch Klärwerke, der Verlust von Nährstoffen, die Schaffung von Reststoffen (Klärschlamm), oder die Notwenigkeit von aufwändiger Infrastruktur und hoher Personalqualifizierung. Ziel des Projekts war es, ein Konzept zur Schließung von Stoff- und Wasserkreisläufen zu entwickeln und zu erproben. Hierfür wurde Grauwasser (fäkalfreies häusliches Abwasser) und Schwarzwasser (häusliches Abwasser mit fäkalen Feststoffen) getrennt und in Abhängigkeit der jeweiligen Nutzungsanforderungen aufbereitet. Hierbei lagen die Projektschwerpunkte auf der verfahrenstechnischen Optimierung, auf der Automatisierung durch ein Diagnosesystem und ein intuitives Mensch-Maschine-Interface zur Steuerung, Überwachung und Fernwartung. Darüber hinaus wurden die Elimination von Mikroschadstoffen und die Kompostierung der Reststoffe untersucht. 

Ergebnisse:

  • Der 10-monatige Testbetrieb in einem Shoppingzentrum und einem Wohnblock zeigte, dass der Grauwasserkreislauf durch Wiederverwendung in Duschen und Waschmaschinen weitgehend vollständig, der Schwarzwasserkreislauf durch Weiterverwendung des aufbereiteten Wassers in Toilettenspülungen vollständig geschlossen werden kann.
  • Die in der Grauwasseraufbereitung verwendete Verfahrenstechnik (biologische und chemisch-physikalische Behandlung, Desinfektion) zeigt eine gute Reinigungsleistung; Die Konzentrationen der Schwermetalle Chrom, Blei und Nickel sowie die der organischen Verbindungen im Ablauf der Testanlage liegen unterhalb der Nachweisgrenze. Auch die Kupfer- und Cadmiumkonzentrationen (<0,01mg/l im Ablauf) sowie die Quecksilberkonzentration (<0,0005mg/L) können hinreichend gesenkt werden. Die Grenz- und Richtwerte der Trinkwasserverordnung bzgl. NH4, NO2, NO3 sowie eine vollständige Entfernung bakterieller Fäkalindikatoren werden schon nach der biologischen Stufe erreicht.
  • Das Schwarzwasser erreicht erst nach einer Ozonierung die Qualität, die für eine Verwendung als Toilettenspülwasser erlaubt ist. Es stellt kein Gesundheitsrisiko dar.
  • Werden die Rückstände vermikompostiert, enthält das Produkt nach 5 Monaten Nachrotte ähnliche Bakterienkonzentrationen wie konventionelle Blumenerde.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundprojekt: Entwicklung und Kombination von innovativen Systemkomponenten aus Verfahrenstechnik, Informationstechnologie und Keramik zu einer nachhaltigen Schlüsseltechnologie für Wasser- und Stoffkreisläufe - KOMPLETT

Projektnummer: 02WD0682 - 02WD0686, 02WD0966

Aktenzeichen: Text

Projektzeitraum: 2007 - 2008

Projektort: Deutschland (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. Hansen

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)