Abwasservorbehandlung

Dezentrale Abwasserbehandlung und Urinseparation

Neue Sanitärtechniken ermöglichen eine separate Urinerfassung mittels NoMix-Toiletten. Diese Separation erlaubt eine Abtrennung der Nährstoffe in einem separaten Abwasserstrom und entlastet somit die Kläranlagen. Zusätzlich ermöglicht die Urinseparierung eine Rückgewinnung der enthaltenen Nährstoffe als landwirtschaftlichen Dünger. Die Projektbeteiligten demonstrieren die erfolgreiche dezentrale Aufbereitung der Abwasserströme. 

 

Zusammenfassung

Die Implementierung dezentraler Abwasseraufbereitung hat neben der Möglichkeit der Wasserrückgewinnung auch den Vorteil, dass die Aufbereitung spezifisch auf die Abwasserqualität vor Ort angepasst werden kann.

Die Projektbeteiligten untersuchen den Einsatz einer neuen Sanitärtechnik für die getrennte Erfassung des Urins. In einem Bürogebäude kommen NoMix-Toiletten und wasserlose Urinale zum Einsatz, deren Eignung und Akzeptanz bewertet werden. Die Behandlung des Abwassers wird in drei separaten Reaktoren vorgenommen. Für die getrennte Behandlung des Grau- und des Braunwassers ist jeweils ein Membranbioreaktor vorgesehen. Aus dem gesammelten Urin wird eine Rückgewinnung des Phosphors in einem weiteren Reaktor mittels MAP (Magnesiumammoniumphosphat)-Fällung realisiert. Das Produkt der MAP-Fällung kann zusammen mit dem Urin als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. 

 

Ergebnisse:

  • Für die NoMix-Toiletten besteht weiterer Optimierungsbedarf.
  • Das Problem der Geruchsbelästigung konnte zufriedenstellend gehandhabt werden. Erreicht wurde dies durch eine gekapselte Anlagenausführung und ein gutes Entlüftungssystem.
  • Die Phosphorrückgewinnung lag bei technischen Magnesiumoxid bei 67 %, was einer Ausbeute von 0,7 – 1,3 g MAP l-1 Urin entspricht.
  • Die MAP-Fällung kann derzeit aufgrund der langen Verweilzeiten noch nicht wirtschaftlich realisiert werden.
  • Die Verbringung von Pharmazeutika in die Umwelt kann beim Einsatz von MAP in der Landwirtschaft weitgehend ausgeschlossen werden. Ebenso ist eine Dünung mit Urin hygienisch unbedenklich.
  • Die Düngewirkung der MAP-Produkte und des Urins kann als konkurrenzfähig zu kommerziellen Düngern eingestuft werden.
  • Die Wasserqualität nach der Aufbereitung in den Membranbioreaktoren ist für die Wiederverwendung als Service- und Toilettenspülwasser geeignet.
  • Eine dezentrale Abwasserbehandlung ist technisch möglich. Unter den richtigen Rahmenbedingungen kann bereits die Wirtschaftlichkeit erreicht werden.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: SANItärRecycling ESCHborn (SANIRESCH)

Projektnummer: 02WD0947-52

Projektzeitraum: 2009 - 2012

Projektort: Deutschland (Hessen)

Projektansprechpartner:

Frau Dr.-Ing. Winker

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

+49 (0) 69 707 69 19-53

+49 (0) 69 707 69 19-11

Publikation ansehen

Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)