Abwasservorbehandlung

Entwicklung von Reinigungsprozessen auf der Basis gezielter Feststoff-Behandlung

Bei der Analyse von Abwasserproben aus dem Ablauf der Vor- und Nachklärung mehrerer kommunaler Kläranlagen sowie einer Regenwasserprobe wurde ein ausgeprägter Zusammenhang zwischen suspendierten Feststoffpartikeln und adsorbierten Schadstoffen festgestellt. Die Reinigungsprozesse wurden durch die Größenverteilung der Feststoffpartikel erheblich beeinflußt. 

 

Zusammenfassung

Von Menschen produzierte bzw. hergerufene Schadstoffe gelangen unter anderem über die Kanalisation in kommunale Kläranlagen und öffentliche Gewässer. Über die spezifische Schadstoffbeladung durch Feststoffpartikel war bisher wenig bekannt.

Vor diesem Hintergrund war das Ziel dieses Projekts,

  • eine aussagefähige Analytik zur schnellen, automatischen Erfassung zu entwickeln,
  • die Rolle der Feststoffe beim Reinigungsprozess in kommunalen Kläranlagen zu untersuchen und
  • Ansatzpunkte für verbesserte Reinigungskonzepte auf Kläranlagen zu ermitteln.

Dazu wurden die Abläufe der Vor- und Nachklärung von mehreren Kläranlagen in zwei Messkampagnen im Abstand von einem Jahr hinsichtlich Feststoff- und Schadstoffgehalten untersucht.

 

Ergebnisse:

  • Zur Ermittlung von Partikelrate und Trübung sowie zur Analyse der Abwasserproben wurden zwei geeignete Meßgeräte entwickelt.
  • In allen Kläranlagenproben zeigte sich ein ausgeprägter Zusammenhang zwischen suspendierten Feststoffpartikeln und adsorbierten Schadstoffen. Bis zu 80% des Phosphors und 85% der Schwermetalle Blei, Chrom und Kupfer sowie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wurden in adsorbierter Form an Feststoffpartikeln nachgewiesen. Die Probennahme an einem Regenwasserauslass ergab einen analogen Zusammenhang.
  • Eine Schadstoffanreicherung an besonders kleine Partikel wurde nicht festgestellt.
  • Die Größenverteilung der suspendierten Feststoffe erwies sich als charakteristisch für die jeweilige Kläranlage und Reinigungsstufe.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Entwicklung von Reinigungsprozessen auf der Basis gezielter Feststoff-Behandlung

Projektnummer: 02WA9439/5

Projektzeitraum: 1994 - 1997

Projektort: Deutschland (Hamburg)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Neis

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49 40 42878 3107

 

Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)