Biologische Abwasserbehandlung

Großtechnische Umsetzung der ökologisch und ökonomisch vorteilhaften anaeroben Co-Fermentation organisch hoch belasteter und stark farbiger Konzentrate der Textilveredelungsindustrie

Die Verlagerung der Konzentratbehandlung in Faulgasanlagen erbringt einen Energiegewinn in Form von Biogas. Im Vergleich zur Behandlung der Abfälle auf dem klassischen Wasserpfad und zur klassischen Aufkonzentrierung mittels Membrantechnik oder thermischer Verfahren resultiert daraus eine signifikante Minderung der Kohlendioxidemissionen.

 

Zusammenfassung

In der Textilveredelungsindustrie fallen in großen Mengen organisch hochbelastete Abwässer an, die vielfach auch stark mit Farbstoffen versetzt sind. Ihre Mitbehandlung in kommunalen Kläranlagen führt häufig zu Schwierigkeiten und zu Beeinträchtigungen der Ablaufqualität und der Gewässergüte. 

Im Rahmen vorangestellter Projekte wurde wissenschaftlich untersucht, ob und unter welchen Bedingungen sich Abwässer, die innerhalb der Betriebe separiert oder aufkonzentriert worden sind, in den Schlammfaulungsanlagen kommunaler Kläranlagen vorbehandeln lassen. In dieser dritten Projektphase wurde diese Vorbehandlungsoption großtechnisch getestet und bewertet. 

Ergebnisse: 

  • Die großtechnischen Untersuchungen belegten, dass sich die in den Konzentraten enthaltenen Verbindungen unter anaeroben Bedingungen in Schlammfaulungsanlagen wesentlich kostengünstiger, ökologisch verträglicher und hinsichtlich der Färbung weitergehender abbauen, als dies bei einer klassischen Abwasserreinigung im aeroben Milieu alleine möglich ist. 
  • Textilveredelungsunternehmen müssen die Beschaffenheit der Konzentrate klären. Insbesondere die Schwermetallgehalte von Chrom, Kupfer und Nickel sind zu prüfen. In Abhängigkeit vom Verwertungspfad des Klärschlammes müssen die Quellen ermittelt und die Schadstoffe ausgegrenzt werden. 
  • Klärwerksbetreiber müssen die Belastungsverhältnisse der Schlammfaulung verifizieren und geeignete Möglichkeiten zur Kontrolle, Zwischenlagerung und Einspeisung der Textilkonzentrate schaffen. Eine sachgerechte Prozessüberwachung und -dokumentation ist sicherzustellen. Auf Basis der ermittelten Ergebnisse können je Kilogramm organischer Trockenmasse im Faulbehälter bis zu 2 g pro Tag aus Textilkonzentraten im Faulbehälter ohne betriebliche Schwierigkeiten verarbeitet werden.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Dr.-Ing. Jedele und Partner GmbH

Förderung

Fördernde Institution

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Förderprogramm

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Weitere Projektdaten

Projekttitel: Untersuchung zur Umsetzung der ökologisch und ökonomisch vorteilhaften anaeroben Co-Fermentation organisch hoch belasteter und stark farbiger Konzentrate der Textilveredelungsindustrie: Großtechnische Umsetzung (TV 3)

Projektnummer: 0339900

Projektzeitraum: 2000 - 2003

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)