Biologische Abwasserbehandlung

Kombinierter Einsatz von biologischen Verfahren und Membrantechnik zur Kreislaufführung von Prozesswasser in Betrieben der Lebensmittelindustrie

Modellhaft wurde aufgezeigt, dass sich die Erzeugung von Prozesswasser aus mäßig belastetem Schmutzwasser durch Hybridverfahren technisch realisieren lässt. Für den Anwender sind damit erhebliche Kosteneinsparungen verbunden, weil weniger Gebühren für den Frischwasserbezug und die Abwassereinleitung anfallen. 

 

Zusammenfassung

In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie werden große Menge Prozesswasser in Trinkwasser oder Reinstwasserqualität eingesetzt. Eine Möglichkeit zur Wassereinsparung besteht darin, schwach belastete Abwasserteilströme mit CSB-Werten zwischen 2.500 – 6.500 mg/l separat zu erfassen, über Membranverfahren aufzureinigen und anschließend als Prozesswasser wiederzuverwenden. Der hohe Energieverbrauch, der zur Vermeidung einer Deckschichtbildung auf den getauchten Mikrofiltration-Membransystemen erforderlich ist, behindert allerdings ihre breite Anwendung in der Praxis. 

Hauptziel dieses Projektes war es, ein Steuerungsprinzip zur automatischen Umschaltung zwischen Filtration und Luftrückspülung der Membranen (zyklische Luftdruckspülung) technisch zu realisieren und zu testen. Damit soll eine energieeffiziente Betriebsweise möglich werden. Die Erprobung des Systems fand über mehrere Monate in einer Fruchtsaftfabrik statt, die Ergebnisse sind aber auch auf andere Betriebe der Lebensmittel- und Getränkeindustrie übertragbar. 

 

Ergebnisse: 

  • Das entwickelte Hybridverfahren besteht aus einer Belebungsanlage mit getauchten MF-Membranen und einer nachgeschalteten Nanofiltrationsanlage mit integrierter UV-Desinfektion. 
  • Das aufbereitete Wasser ist teilentsalzt und hat Trinkwasserqualität. Es kann innerbetrieblich wiederverwendet werden als Kühlwasser oder Kesselspeisewasser, für die Reinigung im Abfall- und Lagerbereich sowie für die Zubereitung von Schmiermittelemulsionen. 
  • Die spezifischen Kosten für das Gesamtverfahren liegen zwischen 2,0 bis 3,0 EURO/m³ aufbereitetem Wasser.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Gesellschaft für umweltkompatible Prozeßtechnik mbH (upt)

Kooperationspartner

Merzinger Fruchtgetränke GmbH & Co. KG

PREUSSAG WASSERTECHNIK GmbH

INTERPLAN Gesellschaft für Rohstoff-, Energie- und Ingenieurtechnik mbH

Paul Rauschert GmbH & Co. KG

Universität des Saarlandes

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Kombinierter Einsatz von biologischen Verfahren und Membrantechnik zur Kreislaufführung von Prozesswasser in Betrieben der Lebensmittelindustrie

Projektnummer: 0330080

Projektzeitraum: 1998 - 2002

Projektort: Deutschland (Saarland)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Chmiel

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Quelle:  Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)