Biologische Abwasserbehandlung

Untersuchungen zur Umsetzung der ökologisch und ökonomisch vorteilhaften anaeroben Co-Fermentation organisch hoch belasteter und stark farbiger Konzentrate der Textilveredlungsindustrie (TV 2)

Die Untersuchungen haben belegt, dass eine gemeinsame Verwertung von Schlämmen aus kommunalem Aufkommen und solchen aus Unternehmen der Textilveredlungsindustrie grundsätzlich ohne Störungen des Kläranlagenbetriebs möglich ist und die Kosten für die Behandlung in der Vergärungsanlage geringer als bislang praktizierte Entsorgungswege sind.

 

Zusammenfassung

Organisch hochbelastete und teilweise stark farbige Behandlungsbäder, Teilströme und technologisch nicht weiter verwendbare Reste aus Textilveredlungsbetrieben werden bislang kostenintensiv als besonders behandlungsbedürftiger Abfall (Sonderabfall) verbrannt oder deponiert. 

Um für die Textilveredlungsindustrie eine umweltfreundliche und kostengünstigere Entsorgungsalternative zu eröffnen, war am Beispiel praxisüblicher, insbesondere farbiger Konzentrate zu prüfen, unter welchen Bedingungen diese Substrate zusammen mit kommunalen Schlämmen durch anaerobe Cofermentation aufgearbeitet werden können, ohne dass Störungen bei der Behandlung in der Kläranlage auftreten. Im Rahmen eines Verbundvorhabens war es die Zielstellung dieses Teilprojektes, grundlegende Erkenntnisse für eine gemeinsame Verwertung zu erarbeiten. 

Ergebnisse: 

  • Die im Labor erzielten Ergebnisse zur Reduzierung der Farbigkeit wurden durch Versuche im Faulturm einer kommunalen Kläranlage bestätigt. 
  • Es hat sich gezeigt, dass zur Entfärbung eine relativ kurze Verweilzeit ausreichend ist, die bereits bei der Hydrolyse eintritt. 
  • Die durchschnittliche Entfärbung von Konzentraten mit Reaktivfarbstoffen beträgt bei den großtechnischen Versuchen 97,9%. Die Entfärbung kommt auch bei den Reaktivfarbstoffen tatsächlich durch die biologische Behandlung und nicht durch Verdünnung zustande. 
  • Um den biochemischen Abbauprozess nicht zu stören, ist zwingend eine Schwermetallfreiheit bei den Farbstoffen erforderlich. Diese lässt sich nur prophylaktisch durch konsequente, gezielte Farbstoffauswahl in den Rezepturen der Anwender in der Textilindustrie erreichen.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V. (STFI)

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Untersuchungen zur Umsetzung der ökologisch und ökonomisch vorteilhaften anaeroben Co-Fermentation organisch hoch belasteter und stark farbiger Konzentrate der Textilveredlungsindustrie (TV 2)

Projektnummer: 0339899

Projektzeitraum: 2000 - 2003

Projektort: Deutschland (Sachsen)

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)