Chem.-Physik. Abwasserbehandlung

Pulveraktivkohle in der Deponiesickerwasserbehandlung

Im Projekt wird eine Verfahrenstechnik dargestellt, mit der Deponiesickerwasser durch Pulveraktivkohle gereinigt wird. Die Pulveraktivkohle mit den anhaftenden Schadstoffen kann in einer biologischen Klärstufe einer kommunalen Kläranlage behandelt werden, ohne die biologische Aktivität, die Reinigungsleistung oder die Gasproduktion der Kläranlage zu mindern.

 

Zusammenfassung

Nach Beendigung des Einbaus von Abfall in eine Deponie schwankt die Sickerwassermenge und –zusammensetzung stark. Zudem fallen seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2005 geringere Mengen an Sickerwasser sowie verminderte Schadstoffgehalte in Form von CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) und adsorbierbaren organisch gebundenen Halogeniden (AOX) an. Diesen Bedürfnissen muss die momentan verwendete Behandlung mit Aktivkohle angepasst werden. In dem Projekt wird ein Verfahren untersucht, welches die Adsorption der Schmutzfracht durch Pulveraktivkohle (PAK), die darauffolgende Einleitung der beladenen PAK in das Kanalsystem und schließlich die die biologische Behandlung der PAK in einer kommunalen Kläranlage vorsieht. Hierfür wurden Reihenrührversuche mit unterschiedlichen Adsorbentien und verschiedenen Sickerwässern durchgeführt. Des Weiteren wurde die Wirkung der beladenen PAK auf die biologische Aktivität von Belebt- und Faulschlamm in Batch-Tests untersucht. 

 

Ergebnisse:

  • Die besten Reinigungsergebnisse bezüglich CSB und AOX erzielen die Aktivkohlesorten „SAE SUPER“ von Norit und und „Hydraffin MB 4“ von Donau Carbon.
  • Aerobe und anaerobe biologische Abbaumechanismen sind auch mit einem hohen Gehalt an beladener PAK möglich. Bei den anaeroben Prozessen ist jedoch dann mit einer Verminderung der Abbauleistung zu rechnen.
  • In der biologischen Reinigungsstufe konnte eine durchschnittlich AOX-Desorption von 5,3 % ermittelt werden.
  • Die Auswirkungen der PAK-Dosierung auf den Kläranlagenbetrieb sind unkritisch. Die Reinigungsziele - basierend auf den Indirekteinleiter-Grenzwerten der Abwasserverordnung - werden eingehalten.
  • Die PAK-Partikel gelangen über den Roh- und Überschussschlamm in den Faulschlamm. Die Gasproduktion während der Schlammfaulung nimmt durch PAK-haltigen Schlamm nur unwesentlich ab.
  • Die Entwässerbarkeit des Schlamms verbessert sich im Zuge der PAK-Dosierung.
  • In einer Mischkanalisation besteht die Gefahr, dass bei Niederschlag die Sickerwasser-PAK-Suspension über Regenwasserbehandlungsanlagen und -überläufe in Gewässer gelangt. Es sollte für diesen Fall ein Vorlagetank eingerichtet werden. 
  • Das untersuchte Verfahren ist im Vergleich mit Granulataktivkohle kostengünstiger und ist für einen wirtschaftlichen Dauerbetrieb gut einsetzbar.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Universität Stuttgart, Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft

Kooperationspartner

Abfallwirtschaftsbetrieb Main-Tauber-Kreis

Technologieanbieter

Georgi Wassertechnik GmbH

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Kostengünstige und flexible Behandlung von problematischen Abwässern am Beispiel von Deponiesickerwasser, Teilprojekt 1: Federführende Durchführung des Forschungsvorhabens/Grundlegende Untersuchungen

Projektnummer: 02WA0702

Projektzeitraum: 2006 - 2009

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. Rott

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++ 49/711/685-3711

++ 49/711/685-3729

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)