Chem.-Physik. Abwasserbehandlung

Auswirkungen einer gezielten UV-Behandlung sowie Anwendung der Ozon/UV-Kombinationsverfahrenstechnik in Rohwässern

Die Experimente zeigten einen unterschiedlichen Effekt der Ozonanwendung auf die Abbauraten von Pestiziden. Erhöhte Abbauraten bewirkte der UV/Ozon-Prozess insbesondere bei Parathion-methyl. Bei Feldversuchen wurde außerdem bei steigender Ozondosis und Lichtintensität eine Zunahme der Abbauraten von Atrazin und Desethylatrazin beobachtet.

 

Zusammenfassung

Innerhalb eines dreijährigen Zeitraumes wurde der Abbau von Pestiziden durch ultraviolette(UV)-Strahlen mit und ohne zusätzlicher Anwendung von Ozon (O3) sowohl unter Pilotbedingungen als auch im großtechnischen Maßstab an einer Trinkwassergewinnungsanlage untersucht.

 

Durch die analytische Erfassung organischer und anorganischer Neben- bzw. Abbauprodukte konnten die Abbauwege im UV/Ozon-Prozess beschrieben werden.

 

Im Rahmen von Laborexperimenten wurde der Pestizidabbau mechanistisch und reaktionskinetisch untersucht. In diesem Zusammenhang wurden Geschwindigkeitskonstanten und Quantenausbeuten ermittelt sowie Bestrahlungsstärken von UV-Strahlern durch chemische Aktinometrie bestimmt.

 

Ergebnisse:

  • Die mit der Pilotanlage durchgeführten Experimente zeigten einen unterschiedlichen Effekt der Ozonanwendung auf die Abbauraten. So nimmt, verglichen mit der reinen UV-Behandlung, die Abbaurate von Parathionmethyl beim UV/O3-Prozess zu, während der Atrazinabbau durch die Zugabe von Ozon unbeeinflusst blieb.
  • Im Gegensatz hierzu wurde bei den Feldversuchen bei steigender Ozondosis und Lichtintensität eine Zunahme der Abbauraten von Atrazin und Desethylatrazin beobachtet.
  • Es wurde gezeigt, dass bei den meisten Betriebseinstellungen die Grenzwerte der anorganischen Nebenprodukte Nitrit und Wasserstoffperoxid sowie des Restozons im Ablaufwasser der Anlage nicht eingehalten werden konnten.
  • Hinsichtlich eines ökologisch unbedenklichen Anlagenbetriebs wurden Betriebskennlinien aufgestellt, aus denen hervorging, dass keine akzeptablen Verfahrenseinstellungen zugänglich waren, die die Einhaltung der Grenzwerte aller gesundheitsgefährdenden Wasserinhaltsstoffe gewährleisten konnten.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Auswirkungen einer gezielten UV-Behandlung sowie Anwendung der Ozon/UV-Kombinationsverfahrenstechnik auf die Bildung von Abbauprodukten organischer Schadstoffe und die Einschätzung ihrer toxischen Eigenschaften in Rohwässern

Projektnummer: 02WT9146/0

Projektzeitraum: 1991 - 1994

Projektort: Deutschland (Bayern)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr. Nießner

Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)