Industrieabwasserbehandlung

Neubau einer Abwasserbehandlungsanlage der Leiterplattenindustrie

Ziele des Anlagenneubaus waren die optimale Reinigung aller in der Leiterplattenfertigung anfallenden Abwässer sowie die vollständige stofflich / energetische Verwertung aller anfallenden festen Abfälle. Dazu wurde der Abwasserstrom in einzelne Teilströme unterteilt und je nach Metallfracht aufbereitet. Man erhielt einen stark kupferhaltigen Schlamm, der in einer Metallhütte verarbeitet werden kann. Der Resist konnte mit einem neu entwickelten Verfahren ausgetragen werden. Neben den finanziellen Einsparungen wurde eine Verbesserung der Qualität des Abwassers erreicht, bei der die einzelnen Grenzwerte des Anhangs 40 der Abwasserverordnung deutlich unterboten wurden. 

 

Zusammenfassung

Um die Anforderungen des Anhanges 40 der Abwasserverordnung zu erfüllen, ist es notwendig Abwässer aus der Produktion von Leiterplatten einer Behandlung zu unterziehen. Die dafür notwendige Anlage wurde im Werk Geldern neu konzipiert und nach dem zum damaligen Zeitpunkt neuesten technischen Stand gebaut.

Die Anforderungen einer rund um die Uhr produzierenden Leiterplattenfirma mussten erfüllt werden. Dazu wurde der Abwasserstrom in einzelne Teilströme unterteilt und je nach Metallfracht bearbeitet. Alle bei der Behandlung anfallenden Abfallstoffe werden wiederverwertet. Der erhaltene Hydroxidschlamm kann auf einer Metallhütte verarbeitet werden und muss nicht mehr deponiert werden.

Durch die entsprechende Vergütung des Schlammes und entsprechende Einsparungen von Chemikalien bei der Behandlung der Abwässer lassen sich größere finanzielle Gewinne erwirtschaften. Resisthaltige Abwässer können jetzt auch bei den stark schwankenden Produktionsbedingungen jederzeit sicher bearbeitet werden.

 

Zusammenfassung

Ziel des Demonstrationsvorhabens war der Bau einer Abwasserbehandlungsanlage für eine Leiterplattenfertigung nach dem zum damaligen Zeitpunkt best verfügbaren Stand der Technik. Die wesentlichen Ziele des Vorhabens waren die optimale Reinigung aller in der Leiterplattenfertigung anfallenden Abwässer sowie die vollständige stofflich / energetische Verwertung aller anfallenden Abfälle. Dies wurde durch eine konsequente Aufteilung der gesamten Abwassermenge erreicht.

Das Abwasser aus der Produktion wird in 5 verschiedene Einzelströme aufgeteilt, um es jeweils separat zu behandeln. Dies sind im Einzelnen:

  • Abwässer aus der Resistentfernung
  • Regenerate, unbelastete Spülwässer und Kühlwässer
  • saure kupferhaltige Spülwässer
  • alkalische kupferhaltige Spülabwässer
  • komplexhaltige Abwässer, Konzentrate

NE-Metallhaltige Teilströme, die im wesentlichen Kupfer enthalten, werden mit Natronlauge gefällt. Dadurch erhält man einen stark kupferhaltigen Schlamm, der in einer Metallhütte verwertet werden kann.

Für die Behandlung des resisthaltigen Teilstroms wurde ein neues Verfahren entwickelt. Mit einem Entklebungsmittel als Zusatz und dem Absenken des pH-Wertes mit Schwefelsäure koaguliert der Resist bei niedrigen pH-Werten und kann so über einen Bandfilter ausgetragen werden. 

Mit der neuen Anlage konnten zudem finanzielle Einsparungen erzielt werden. Diese ergeben sich aus den Einsparungen an Chemikalien bei der Behandlung des Abwassers sowie bei der Entsorgung der festen Abfälle, für die eine Vergütung erzielt wird. 

Weiterhin wurde eine Verbesserung der Qualität des Abwassers erreicht, bei der die einzelnen Grenzwerte des Anhangs 40 der Abwasserverordnung deutlich unterboten wurden.

Komplexhaltige Abwässer können in der neuen Anlage nicht entsorgt werden. Für diese Art der Abwässer bleibt zunächst die alte Anlage noch weiter in Betrieb (Sulfidverfahren). Gegen Ende des Vorhabens befand sich eine Osmose-Anlage mit IR-Verdampfer im Bau.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Ruwel AG

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Neubau einer Abwasserbehandlungsanlage für die Leiterplattenfertigung

Projektnummer: 20024

Aktenzeichen: FKZ: 30 441-1/17

Projektzeitraum: 1999 - 2000

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Frau Fischer

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+49 (340) 2104 3067

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Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes