Klärschlamm

Einflüsse einer Eisenhydroxidschlammzugabe auf die Klärschlammbehandlung/-entsorgung

Eisenschlämme aus der Grundwasseraufbereitung wurden auf zwei kommunalen Kläranlagen an verschiedenen Stellen der Abwasserbehandlung zugegeben und hinsichtlich der Auswirkungen auf die Behandlung und Entsorgung des anfallenden Klärschlammes untersucht. Im Fazit wirkte sich die Eisenschlammzugabe positiv auf die Klärschlammverfahrenskette aus.

 

Zusammenfassung

Bei der Grundwasseraufbereitung fallen im norddeutschen Raum geo¬gen bedingt beträchtliche Schlammrückstände aus der Enteisenung und Entmanganung an. Die Verwertung dieser Schlämme ist in der Baustoffindustrie, der Land- und Forstwirtschaft sowie der kommunalen Abwasserentsorgung möglich.

Bei grundlegenden Forschungsarbeiten zur Verwertung in Kläranlagen wurden die eisenschlammbedingte Bindung von Schwefelwasserstoff und spezifische Adsorption von Phosphaten festgestellt. Ziel dieses Anschlussprojekts war es, die Einflüsse der Eisenschlammdosierung auf die Eindickung, Faulung, Entwässerung und Entsorgung der anfallenden Klärschlämme in qualitativer und quantitativer Hinsicht zu untersuchen.

Hierzu wurden halbtechnische Versuchseinrichtungen zur Schlammbehandlung auf zwei kommunalen Kläranlagen installiert und in zwei Straßen mit bzw. ohne Eisenschlammzugabe über mehrere Monate verglichen.

Ergebnisse:

  • Die Eisenschlammzugabe wirkte sich nicht negativ auf die Klärschlammverfahrenskette aus.
  • Die gemeinsame Schlammeindickung von Primär- und Überschussschlamm verbesserte die Ablaufwerte des Überstandswassers. Schwefelwasserstoffbedingte Schwimmschlammbildung konnte fast vollständig unterbunden werden.
  • Bei der Ausfaulung wurden bezüglich Schwefelwasserstoff Eliminationsraten von > 94% erzielt sowie der Abbau der organischen Feststoffanteile bzw. die Faulgasqualität erhöht.
  • Der Netto-Entwässerungsgrad verschlechterte sich geringfügig.
  • Die Klärschlammentsorgung wurde nicht eingeschränkt.
  • Bei Schlammwasserrückführung bewirkte die gezielte Eisenschlammdosierung eine beträchtliche Abnahme der Phosphor-Rückbelastung.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Hamburger Wasserwerke GmbH (HWW)

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Einflüsse einer Eisenhydroxidschlammzugabe auf die Klärschlammbehandlung/-entsorgung

Projektnummer: 02WT9537/4

Projektzeitraum: 1995 - 1996

Projektort:  Deutschland (Hamburg)

Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)