Klärschlamm

Entwässerung und Hygienisierung von Klärschlämmen unter tropischen Bedingungen

Die Ergebnisse des Pilotprojekts zeigen, dass das in Europa oft verwendete biologische Entwässerungsverfahren der Klärschlammvererdung (KSVE) auch in der Abwasserbehandlung in tropischem Klima effizient anwendbar ist. Auch der Betrieb mit höheren Klär- und Fäkalschlammfrachten ist möglich. Das Verfahren ist kostensparend und erzeugt hygienisch unbedenklichen Dünger, daher eignet es sich besonders gut für den Einsatz in Schwellenländern. 

 

Zusammenfassung

In Schwellen- und Entwicklungsländern schreitet die Verbreitung der biologischen Grundreinigung als Verfahrensschritt der Behandlung von Siedlungsabwässern stetig fort. Ein entscheidender Punkt aus wirtschaftlicher, technischer, hygienischer und ökologischer Sicht ist dabei die Entwässerung und die sachgemäße Entsorgung der anfallenden Klär- und Fäkalschlämme.

In dem vorliegenden Pilotprojekt wird das in gemäßigten Klimazonen bewährte KSVE-Verfahren an tropische Bedingungen (hier Thailand) angepasst. Bei diesem Verfahren wird Klärschlamm ohne vorherige mechanische Behandlung auf bepflanzte Beete gegeben. Hier werden die Feststoffe umgesetzt, während die wässrige Phase eine Bodenpassage durchläuft und damit vorgeklärt wird. In diesem Vorhaben wird untersucht, ob die lokal anfallenden Fäkal- und Klärschlämme als Substrat für das Verfahren geeignet sind.

Es wird weiterhin geprüft, ob die bei dem Verfahren entstehende Klärschlammerde (KE) seuchenhygienisch unbedenklich ist und als Dünger verwendet werden kann.

 

Ergebnisse:

  • Der Klär- und Fäkalschlamm wird schnell und effektiv entwässert und gut mineralisiert.
  • Die KSVE-Anlage kann erfolgreich mit einer stofflichen Belastung von 250 kg TS/m²*a gefahren werden, was einer etwa fünfmal höheren Fracht als in gemäßigten Klimazonen (Europa) entspricht.
  • Die Abbaurate von organischem Material liegt bei über 90 %.
  • Die CSB und BSB5-Werte der KE entsprechen den höchsten Anforderungen.
  • Aus Deutschland eingeführter Schilf (Phragmites communis) und der in Thailand heimische Rohrkolben (Typha augustifolia) erzielen vergleichbare Entwässerungsleistungen. Schilf erwies sich jedoch als robuster gegenüber äußeren Einflüssen und zeichnete sich zudem durch ganzjährige Vegetationszeit und konstanten Bestand aus.
  • Die KE kann als hygienisch bedenkenlos eingestuft werden.
  • Die Nährstoffgehalte der KE sind vergleichbar mit denen aus deutschem Klärschlamm und als Dünger geeignet, auch da die Schwermetallkonzentrationen unterhalb der Grenzwerte der EU-Klärschlamm-Richtlinie liegen.
  • Es treten keine unangenehmen Gerüche auf.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Prack Consult GmbH

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Pilotphase: Übertragung und Anpassung des Klärschlammvererdungsverfahrens an thailändische Verhältnisse

Projektnummer: 02WS0325

Projektzeitraum: 2002 - 2004

Projektort: Thailand, Deutschland

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)