Klärschlamm

Behandlung hoch belasteter Trübwässer aus der Klärschlammbehandlung

Um die Stickstofffracht der biologischen Klärwerksstufe zu entlasten, untersuchen die Projektbeteiligten das Rotationstauchtropfkörperverfahren. Es basiert auf einer Kombination bekannter Verfahrenskomponenten der Abwasserreinigung. Die Ergebnisse belegen die gute Abbauleistung des Ammoniums, die teilweise Entfernung von anorganischem Stickstoff sowie einen für den angestrebten Einsatz ausreichenden Wirkungsgrad.

 

Zusammenfassung

Da der in der biologischen Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten kann, muss dieser gegebenenfalls nachbehandelt werden. Dadurch können allerdings Rückbelastungen entstehen, die bis zu 30 % der gesamten, in der Kläranlage zu behandelnden Stickstofffracht beinhalten. Die Verfahren zur Reduzierung der Stickstofffracht sind jedoch sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht unbefriedigend. Eine Alternative kann der Einsatz des Anammox-Prozesses sein, der als Erklärung für hohe Stickstoffeliminationsleistungen bei Tropf- und Tauchtropfkörpern herangezogen wird. Bei dem Prozess wird Ammonium von autotrophen Mikroorganismen als Elektronendonator für die Nitritreduktase genutzt, wodurch sich die Effizienz der biologischen Nährstoffentfrachtung deutlich erhöht.

Ziel des Projektes ist die Stickstoffelimination bei besonders hoch belasteten Teilströmen, wie etwa Schlamm- oder Deponiesickerwässern, durch den Einsatz des Anammox-Prozesses in Rotationstauchtropfkörpern. Untersucht wird dabei nur eine Teilreduktion von Stickstoff (30 - 70 %), da diese bereits ausreicht, um die erforderlichen Ablaufwerte der Kläranlage zu erzielen.

 

Ergebnisse:

  • Die Abbauleistung des Ammoniums betrug im Schnitt in der Phase I 80 % und in der Phase IV 27 %.
  • Es ist davon auszugehen, dass der Großteil des abgebauten Ammoniums durch Denitrifikation aus dem Systementfernt wurde. 
  • Neben dem Abbau von Ammonium zu Nitrat wurde ein Teil des anorganischen Stickstoffs vollständig aus dem System entfernt.
  • Obwohl der Anammox-Prozess in den durchgeführten Versuchen nicht beobachtet wurde, erfolgte eine Nitritakkumulation, die als Betriebsbedingung für den Prozess zwingend notwendig ist.
  • Der erzielte Wirkungsgrad ist für den angestrebten Einsatz ausreichend.
  • Der produzierte Überschussschlamm und der Abwasserablauf aus dem Rotationstauchtropfkörper-Reaktor können ohne weitere Vorbehandlung der Abwasserbehandlung zugegeben werden.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke gGmbH

Technologieanbieter

Nordhorner Kläranlage Gesellschaft für Abwasserklärung mbH

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Einsatz schwimmender Scheibentauchkörper zur kostengünstigen Behandlung von Trübwässern aus der Schlammbehandlung

Projektnummer: 02WA0254

Projektzeitraum: 2001 - 2004

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr. Dr. Rudolph

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)