Kommunale Abwässer

Kontinuierliche, autonome Abwasseranalyse in ungereinigten Kanälen mittels Roboter

Der im Projekt erprobte, autonom agierende Kanalroboter unterstützt durch kontinuierliche Abwasseruntersuchungen den störungsfreien Betrieb des Kanalnetzes und der Abwasserreinigungsanlagen. Durch die Auswahl geeigneter Parameter und eine hierauf abgestimmte Sensorik ist die Erfassung und Beurteilung einer akuten Verschmutzungssituation bzw. aktueller Schadstoffeinträge möglich. 

 

Zusammenfassung

Bei der Einleitung von Abwässern in die Kanalisation müssen bestimmte Grenzwerte eingehalten werden. Da jedoch die Prüfintervalle der Prüfinstitute häufig zu groß sind und keine Abwasseruntersuchungen in der Kanalisation selbst erfolgen, ist es schwer, die Verursacher von fahrlässigen oder unerlaubten Einleitungen zu ermitteln. Um den störungsfreien Betrieb des Kanalnetzes und der Abwasserreinigungsanlage zu gewährleisten, ist es allerdings notwendig, dass die gesetzeskonforme Abwasserzusammensetzung kontinuierlich nachgewiesen wird.

Die Projektpartner optimieren daher den von ihnen in einer vorangegangenen Projektphase entwickelten Kanalroboter weiter, um anhand einer messwertabhängigen Navigation die Quelle unerlaubter Einleitungen und somit den Verursacher zu bestimmen. Untersucht werden sollen außerdem Methoden und Techniken zur Analyse der Abwasserzusammensetzung sowie die autonome Vermessung des Kanalnetzes. 

 

Ergebnisse:

  • Folgende Aktionen sind in der Aktionssteuerung realisiert: „Suche Schacht“, „Durchquere Schacht“, „Entnehme Probe“, „Fahre Distanz“.
  • Der Kanalroboter kann in Betrieb befindliche, ungereinigte Abwasserkanäle der Nennweiten 250 - 600 mm durchfahren.
  • Mit Hilfe der Infrarotsensoren werden Verengungen, Abstürze und Löcher im Gerinne entdeckt.
  • Im Siegburger Abwasserkanalnetz legte der Roboter einen Weg von ca. 300 m Länge autonom zurück, erkannte alle fünf Schächte und Abzweigungen und erreichte selbstständig den Zielschacht.
  • In einer der Antriebseinheiten kann ein Anwendermodul integriert werden. Bei Bedarf mehrerer Anwendermodule kann der Roboter um die gewünschte Zahl an Antriebseinheiten verlängert werden.
  • Das Chemiemodul nimmt auf Weisung der Missionssteuerung eine Probe und sucht darin nach Auffälligkeiten.
  • Der Roboter weist ein hohes Drehmoment bei geringem Durchmesser auf. In Kombination mit der flexiblen Bauweise erlaubt dies dem Roboter, Höhenunterschiede von mehr als 30 cm zu überwinden und Kurven bzw. Abzweige > 90 ° zu durchfahren.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundprojekt: Autonome Abwasseranalyse und Kanalvermessung mit MAKRO in ungereinigten Kanälen (MAKRO-PLUS)

Projektnummer: 02WK0256, 02WK0257, 02WK0258, 02WK0259, 02WK0260

Projektzeitraum: 2002 - 2005

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. Zöllner

+49 (0)721 / 9654-202

+49 (0)721 / 9654-203

Herr Streich

Herr Dr. Isele

+49 (0)721 / 608 25766

+49 (0)721 / 608 25786

Herr Hitzel

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)