Kommunale Abwässer

Dezentrale Abwasser- und Abfallbehandlung – Betrieb der Pilotanlage

Nach den Tests im Technikumsmaßstab folgt die Umsetzung des Konzepts zur effizienten, umweltschonenden Abfall- und Abwasserbehandlung für isoliert liegende Hotels und Feriendörfer in einer Pilotanlage. Das Verfahren basiert auf einer Aufkonzentration des Rohwassers durch Membrantechnologie. Das Permeat eignet sich als Brauchwasser. Für das anfallende Konzentrat und die gastronomischen Bioabfälle ist eine anaerobe Behandlung vorgesehen. Das entstehende Biogas und die anfallenden Gärreste können energetisch, bzw. stofflich genutzt werden. 

 

Zusammenfassung

Verunreinigtes Wasser muss vor der Wiederverwendung als Trink- oder Brauchwasser gereinigt werden. Dies gilt auch für isolierte Komplexe wie bspw. Feriendörfer oder Hotels, die nicht an eine zentralisierte Abwasserentsorgung angeschlossen sind. Dort fallen zusätzlich große Abfallmengen an, die kostenintensiv zu zentralen Einrichtungen transportiert werden müssen. Da beide Stoffströme einen großen Anteil organischer Bestandteile beinhalten, liegt deren gemeinsame Behandlung nahe. Es war daher Aufgabe des Projektes, ein Gesamtkonzept zur gemeinsamen dezentralen Abfall- und Abwasserbehandlung zu entwickeln. Die gereinigten Stoffströme sollten im Anschluss einer weiteren Nutzung zugeführt und die Konzentrate dem mikrobiellen Stoffwechsel zugänglich gemacht werden. Das Konzept basiert auf anaeroben Bioreaktoren, die neben den aufkonzentrierten Abwasserinhaltsstoffen auch Bioabfälle mitbehandeln können. 

Bei dem Verfahren wird das Abwasser mittels Membrantechnologie behandelt und das dabei anfallende Konzentrat zusammen mit Abfällen anaerob vergärt. Nach Tests im Technikumsmaßstab wird das Verfahren in einer Pilotanlage umgesetzt.

 

Ergebnisse:

  • Die Mischung aus Bioabfall und Abwasserkonzentrat erreicht mit 573mLStd die höchste Biogasproduktion. Dies belegt die signifikante Steigerung der Biogasproduktion bei anaerober Vergärung und erhöht sowohl die Prozessstabilität als auch die Gasausbeute.
  • Ohne pH-Wert-Regelung wird eine um 34 % höhere spezifische Methanbildungsrate erreicht.
  • Die Mindestanforderungen an BSB5 (≤ 40 mg/l) und CSB (≤ 150 mg/l) können abhängig von Membran und Betriebszustand im Membranbehälter eingehalten werden.
  • Die Membran war über den gesamten Betrieb hinweg funktionsfähig und hielt etwa 95 % der Schadstoffe aus dem Abwasserkonzentrat zurück.
  • Die Bewässerung mit Permeat wirkt generell wachstumsfördernd und bleibt ohne negative Effekte, sodass dessen Verwendung als Bewässerungswasser eine geeignete Weiterverwendungsmöglichkeit darstellt.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundprojekt: Integrierte Konzepte zur dezentralen Abwasser- und Abfallbehandlung - Teilvorhaben 1

Projektnummer: 02WD0400

Projektzeitraum: 2004 - 2007

Projektort: Deutschland (Hamburg)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. Stegmann

+49 (0)40 / 428783261

+49 (0)40 / 428782375

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)