Membrantechnologie

Neues Membranverfahren zur Abtrennung von Pulveraktivkohle in der Abwasserbehandlung

Das im Projekt kombinierte Verfahren aus Membranfiltration und Adsorption an Pulveraktivkohle zur Abwasserbehandlung soll die üblichen abfall- und betriebsmittelintensiven Verfahrensschritte zur Abwasserbehandlung ersetzen. Die Ergebnisse zeigen die Einhaltung der Indirekteinleitergrenzwerte. 

 

Zusammenfassung

Bei der Behandlung von Abwässern werden zur Abtrennung der Abwasserinhaltsstoffe häufig die Membranfiltration und die Adsorption an Aktivkohle eingesetzt. Letztere entfernt hauptsächlich die organischen Stoffe aus dem Abwasser, wobei zwischen granulierter Aktivkohle und Pulveraktivkohle (PAK) unterschieden wird. Obwohl die PAK entscheidende Vorteile aufweist, liegt ihr Nachteil in der Vergrößerung der zu entsorgenden Schlammmenge um bis zu 90 % durch die dabei übliche Zugabe von Flockungsmitteln.

Daher sollen im Projekt die zur Abtrennung der beladenen PAK üblichen Verfahrensschritte (Flockung, Sedimentation, Filtration) durch ein Membranverfahren ersetzt werden. Das aus Membranfiltration und Adsorption an PAK kombinierte Verfahren soll dabei eine Wiederbeladung der Pulveraktivkohle erzielen, wodurch der Betriebsmitteleinsatz minimiert und so Betriebskosten eingespart werden können. Hierbei wird die Eignung des Verfahrens bei hohen PAK-Konzentrationen in halb- und großtechnischen Versuchen ermittelt.

 

Ergebnisse:

  • Für einen Einsatz mit PAK sind nur Membranmodule sinnvoll, die eine sehr geringe Verstopfungsneigung aufweisen. Weiterhin miss die Verblockung der Membranporen und die Bildung einer Deckschicht auf der Membran minimiert werden.
  • Eine Anströmgeschwindigkeit von ca. 3 m/s erscheint bei der untersuchten Verfahrenstechnik auch für den längerfristigen Betrieb geeignet.
  • Die Ergebnisse zeigen für das Modul mit der Kanalweite von 1,8 mm die besten Flux-Raten und versprechen in einer technischen Anwendung die höchste Effizienz.
  • Die Reinigungsleistung der Versuchsanlage ermöglicht die Einhaltung der Indirekteinleitergrenzwerte.
  • Eine signifikante Steigerung der PAK-Beladung durch deren Wiederverwendung konnte nicht ermittelt werden.
  • Die schadlose Einleitung beladener PAK wurde nachgewiesen, wodurch eine Möglichkeit zur kostengünstigen Beseitigung der PAK-Suspension zur Verfügung steht.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Entwicklung von Membranverfahren zur Abtrennung und Mehrfachverwendung von Pulveraktivkohle in der Abwasserreinigung

Projektnummer: 02WA0032

Projektzeitraum: 2001 - 2004

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

Projektansprechpartner:

Herr Prof. Dr.-Ing. Menzel

+49 (0)711 / 685-65417

+49 (0)711 / 685-63729

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)