Wasserwirtschaftskonzepte

Abwasserbehandlung und Wasserressourcenmanagement in Vietnam

Das sich verändernde Klima und anthropogener Schadstoffeintrag machen Wasser zu einer immer wertvolleren Ressource. In Vietnam sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die Schadstoffbelastung von Gewässern zu verringern und den Menschen einen sicheren Zugang zu Trinkwasser zu gewährleisten. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Abwasserreinigung im industriellen und kommunalen Bereich auf ländlicher sowie städtischer Ebene.

 

Zusammenfassung

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Schadstoffeintrag sowie lokaler Wassermangel aufgrund des Klimawandels gefährden die Ressource Wasser. In Vietnam gibt es bisher noch kein integriertes Konzept zum Wasserressourcenmanagement.

In der ländlichen Region Tong Xa wurden im Rahmen des Verbundprojekts detaillierte Analysen der Emissionsprobleme von Gießereibetrieben vorgenommen. Auf der Basis dieser Analysen können Vorschläge für prozessintegrierte Umweltschutzmaßnahmen abgeleitet werden, die vor allem auf die Reduzierung der Abwasserbelastung abzielen.

Ausgangspunkt für die Unterstützung beim Aufbau eines dezentralen Abwasserbehandlungskonzepts in der Stadt Nam Dinh war vor allem die prognostizierte schnelle Entwicklung der Stadt. Die Kapazität der Abwasserbehandlung soll mit der Stadtentwicklung mitwachsen, der Flächenbedarf für die Anlagen ist möglichst gering zu halten und die Abwasserbehandlung soll die industrielle Entwicklung der Stadt Nam Dinh unterstützen.

 

Ergebnisse:

  • Schwermetalle werden über die Flugasche aus dem Gießereiprozess als Anhaftstoffe emittiert und ins Wasser ausgetragen.
  • Die Konzentrationen der untersuchten Metalle in allen Wasserproben bleiben meist unter dem Grenzwert für Industrieabwasser. Erhöhungen waren im Kühlwasser der Gießereien zu detektieren.
  • Ein pH-Wert unter 7 mobilisiert die Schwermetalle aus dem Sediment. Aus diesem Grund fungieren die Abwasserkanäle teilweise als Transportmittel für schwermetallhaltige Partikel.
  • Größere Partikel sedimentieren schnell in den Kanälen aus, was eine extreme Konzentration der Schwermetalle in Industrienähe zur Folge hat.
  • Ein Abwasserbehandlungskonzept der Gießereiabwässer sieht eine Schwermetallelimination über eine biologische Behandlung vor.
  • Die kommunale Abwasserbehandlung kann im städtischen Raum dezentral mit einer Tropfkörpertechnologie kombiniert mit einer zentralen Schlammbehandlung realisiert werden. Es lassen sich mehrere dezentrale Anlagen angepasst an das Bevölkerungswachstum errichten und zugleich sind Synergien zur ökonomischen städtischen Entwicklung möglich.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

Fraunhofer UMSICHT

Weitere Projektdaten

Projekttitel: PIUS bei der Steuerung von Abwasserströmen – Wissenschaftliche Begleitung der ingenieurtechnischen Entwicklung

Projektnummer: 02WM0767

Projektzeitraum: 2006 - 2009

Projektort: Deutschland (Bayern)

Projektansprechpartner:

Frau Dipl.-Geogr. Krause

+49 (0) 208 8598-1136

 

Herr Dipl.-Ing. Keuter

+49 (0) 208 8598-1113

 

Herr Dr.-Ing. Schlüter

+49 (0) 208 8598-1126



Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)