Rüstungsaltlasten

Altlastensanierung sprengstofftypischer Verbindungen mittels natürlicher Schadstoffminderungsprozesse

Rüstungsaltlasten geht wegen der hohen Toxizität sprengstofftypischer Verbindungen (STV) ein erhebliches Gefährdungspotential aus. Die Projektbeteiligten vermitteln ein grundlegendes Prozessverständnis der Schadstoffminderung von STV. Ziel ist die Berücksichtigung natürlicher Schadstoffminderungsprozesse im Umgang mit Altlastenstandorten zur Ausarbeitung standortspezifischer „Monitored Natural Attenuation“ Konzepte (MNA).

 

Zusammenfassung

Von Altlasten kann auch Jahre nach der Stilllegung eines industriellen Betriebs noch eine erhebliche Kontaminierungsgefahr für den Boden und für das Grundwasser ausgehen. Besonders Rüstungsaltlasten unterscheiden sich von anderen Altlasten durch ihr überproportionales Gefährdungspotential.

Um eine weitergehende Kontamination von Gewässern und Böden zu vermeiden, müssen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang prüfen die Projektbeteiligten eine Berücksichtigung von natürlichen Schadstoffminderungsprozessen für den kontrollierten Rückhalt und den Abbau der Kontaminanten. Schwerpunkt der Untersuchungen liegt dabei auf dem Abbau von TNT und seinem Transformationsprodukt RDX, weil diese mengenmäßig am häufigsten vorkommen.

 

Ergebnisse:

  • Durch den Schadstofftransport über Sicker- und Grundwasser bildet sich eine Schadstofffahne aus.
  • Die Vorhersage der Ausbreitung der Schadstofffahne gestaltet sich als schwierig, weil diese sich sehr inhomogen ausbreitet.
  • Eine standortspezifische Prognose der Schadstoffausbreitung kann anhand einer Modellierung der Ausbreitung mittels eines numerischen Grundwassermodells gegeben werden.
  • Eine Analyse mittels Lysimeter verdeutlicht, dass die Transformationsprozesse hauptsächlich in der ungesättigten Bodenzone ablaufen.
  • Hohe Humusgehalte in Oberböden sorgen für eine verstärkte biologische Aktivität und beschleunigen die Abbauprozesse.
  • MNA-Prozesse wirken langfristig und sind in komplexer Weise an die Standortbedingungen angepasst.
  • Nadelhölzer eignen sich zum Abbau von STV, weil sie in der Lage sind, STV zu akkumulieren und zu metabolisieren.
  • Durch Auswaschung aus oberflächennahen Bodenschichten kann TNT in Oberflächengewässer gelangen.
  • Die Oxidation der Methylgruppe am TNT erschwert sich aufgrund des elektronenziehenden Effektes der drei Nitrogruppen. Durch die leichte Reduzierung der Aminogruppen kommt es zum unvollständigen Abbau und zur Bildung komplexer Folgeprodukte.

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Einschätzung und Berücksichtigung natürlicher Schadstoffminderungsprozesse auf Standorten, die mit sprengstofftypischen Verbindungen sowie deren Transformationsprodukten belastet sind – Prozessverständnis, Methoden, Referenzstandorte, Empfehlungen und Hinweise zur Einzelfallbearbeitung

Projektnummer: 0330515

Projektzeitraum: 2003 - 2008

Projektort: Deutschland (Berlin)

Projektansprechpartner:

Herr Knackmuss

Herr Prof. Dr. Spyra

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+49 (0) 355/69 3161

+49 (0) 355/69 3171

Frau Joos

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)