Anlagen-Energiemanagement

Energiemanagement in der Produktion von Malerwerkzeugen aus Kunststoffformteilen

Für die untersuchten Produktionsprozesse wurden Lösungen für eine deutliche Energieeinsparung ausgearbeitet, die zu einer Reduktion der Produktionskosten und des CO2-Ausstoßes führen.

 

Zusammenfassung

Die FIA GmbH stellt in Wangen im Allgäu Malerwerkzeuge aus unterschiedlichen Kunststoffformteilen und Vlies her.

Beim Spritzen, Trocknen; Beflammen und Verpacken entsteht ein hoher Energiebedarf und große Wärmeemissionen. Alle Wärmeemissionen bringen eine unerwünschte thermische Belastung der Halle und somit des Personals mit sich.

Aufgrund zu hoher Temperaturen (38°C) während der Sommermonate reduziert sich die Produktivität und können die Qualitätsstandards der Produkte nicht eingehalten werden.

 

Projektziele:

  • Schaffen besserer Arbeitsbedingungen mittels Temperatursenkung
  • Wärmeemissionen reduzieren
  • Primärenergiekosten senken
  • CO2-Ausstoß reduzieren

Durch ein Energiemanagement sollen die gestiegenen Energiekosten, die zu höheren Produktionskosten führen kompensiert werden. Hierfür wurden der Ist-Zustand erfasst und Verbesserungsansätze ausgearbeitet und bewertet.

 

Ergebnisse:

U. a. führen folgende Maßnahmen zu Kosten- und Umweltvorteilen durch Reduktion des Strom- und Gasverbrauchs:

 

Elektrische Verbraucher:

Schrumpftunnel: 

Die Schrumpftunnel werden elektrisch beheizt und emittieren große Wärmemengen in die Produktionshallen, was im Sommer die Produktionsbedingungen verschlechtert und im Winter eine sehr teure Form der Hallenheizung darstellt.

  • Das Reduzieren des Luftaustausches mit der Umgebung wird dringend empfohlen. Hierdurch wird der Stromverbrauch für die Schrumpftunnel und für die Hallenkühlung im Sommerbetrieb reduziert.

 

Kühlanlage EDV – Klimatisierung:

Die EDV – Klimatisierung gibt die abzuführende Wärmemenge ganzjährig in die Produktionshalle ab, was im Winter den Heizbedarf der Produktionshalle entlastet, im Sommer mit höheren Betriebsstunden jedoch die Halle thermisch belastet und auf Grund der hohen Temperaturen im Gebäudeinneren mit einem schlechterem COP, sprich Wirkungsgrad, arbeitet.

  • Mittels einem außen liegendem, temperaturgeführtem, luftgekühltem Kondensator und Verwendung eines Umschaltventils kann die Wärme bedarfsorientiert abgeführt werden und gleichzeitig der Stromverbrauch gesenkt werden.

 

Granulattrockner:

  • Die warme und feuchte Abluft der Trockner sollen ihre Emissionen nicht länger in die Halle abführen.
  • Heiße Leitungen vom Trockner zum Granulatbehälter sollten isoliert werden.
  • Die zeitgesteuerte Regeneration des Absorbers sollte auf bedarfsgesteuerte Funktion umgerüstet werden.

 

Elektrische Heizung Spritzgussgranulat:

  • Um die unnötig hohe Abstrahlung von Wärme reduzieren, sollte an den Anlagen ein Wärmeschutz angebracht werden.

 

Gasbetriebenen Verbraucher:

Wickelmaschinen:

Die Abluftkanäle führen 7000 m3/h mit Temperaturen zwischen 50 und 270°C ins Freie. Da die Kanäle nicht isoliert sind, wird ein Teil der Wärme in die Halle abgegeben.

  • Damit im Sommer die Wärmelast der Halle reduziert werden kann, sollten die Kanäle isoliert werden. Um im Winter möglichst viel Wärme zurückzugewinnen, sollte ein Kreuz-Gegenstromwärmetauscher eingesetzt werden.

Projektbeteiligte

Durchführende Institution

FIA GmbH

Kooperationspartner

SIMAKA Energie- und Umwelttechnik GmbH

Weitere Projektdaten

Projektzeitraum: 2005 - 2007

Projektort: Deutschland (Baden-Württemberg)

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Quelle: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)