Energiespeicherung

Innovatives Winterdienstsystem für Personenverkehrsflächen mit Nutzung regenerativer Energien

Das entwickelte Winterdienstsystem basiert auf einem saisonalen Thermospeicher, der Personenverkehrsflächen im Winter durch die im Sommer gespeicherte Energie beheizt. Der zu Testzwecken betriebene Bahnsteig belegt dessen Funktionstüchtigkeit. Das neue System ermöglicht den Verzicht auf Streusalz, was nicht nur der Umwelt zugute kommt, sondern in Kombination mit den geringen Temperaturschwankungen im Bauteil die Flächennutzungsdauer erhöht. 

 

Zusammenfassung

Personenverkehrsflächen wie bspw. Haltestellen, Treppen oder Bahnsteige sollen im Winter schnee- und eisfrei gehalten werden, um das Verletzungsrisiko für Personen zu minimieren. Da die Flächen zumeist nicht oder nur bedingt mit Maschinen befahren und geräumt werden können, erfolgt der Winterdienst mittels Streusalz, von Hand oder durch elektrische Freiflächenheizungen. Allerdings sind diese Varianten in vielerlei Hinsicht nicht zufriedenstellend. Dies liegt darin begründet, dass Streusalz und die oft aus fossilen Energieträgern gewonnene Sekundärenergie die Umwelt belasten und somit eine nachhaltige Stadt- und Raumentwicklung beeinträchtigen.

Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung eines Winterdienstsystems, bei dem saisonal im Baugrund gespeicherte Sonnenenergie als regenerative Energiequelle zur ressourcenschonenden Temperierung von Personenverkehrsflächen genutzt werden kann. 

Hierfür wurde ein Prototyp eines temperierten Bahnsteigs mit drei verschiedenen Sonden entwickelt, gebaut und getestet.

 

Ergebnisse:

  • Das entwickelte Winterdienstsystem QuaWiDiS® nutzt die oberflächennahe Geothermie als regenerative Energiequelle, sodass ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen unterstützt wird.
  • Personenverkehrsflächen werden so temperiert, dass sie über den gesamten Winter eis- und schneefrei bleiben. Dadurch wird auch das erhöhte Unfallrisiko behoben.
  • Der Verzicht auf Streusalz und die verminderten Temperaturschwankungen im Bauteil erhöhen die Lebens- und Nutzungsdauer der Flächen.
  • Mit einer mittleren Heizleistung von ca. 135 W/m² wird die Platte auf rund 2,5 °C frostfrei gehalten.
  • Der Energiebedarf zur Temperierung kann durch eine Wärmedämmung gesenkt werden.
  • Die am Standort maximal zu erzielende mittlere Entzugsleistung liegt im Bereich von 20 W/m² bis 25 W/m². Die beiden anderen Sonden erreichen mittlere Werte von 16 - 21 W/m² bzw. 14 - 19 W/m².
  • Die Kühlleistungen variieren je nach Sonde zwischen 270 und 400 W/m².

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Verbundprojekt: QuaWiDiS - Entwicklung eines neuen, qualifizierten Winterdienstsystems für Personenverkehrsflächen durch die Nutzung regenerativer Energien

Projektnummer: 19W3027A, 19W3027B, 19W3027C

Projektzeitraum: 2003 - 2006

Projektort: Deutschland (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz)

Projektansprechpartner:

Herr Dipl.-Ing. Steinbach

Herr Prof. Dr.-Ing. Katzenbach

+49 (0)6151 / 16 - 2149

+49 (0)6151 / 16 - 6683

Herr Bolk

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Quelle: Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB)