Energiespeicherung

Mobile trassenlose Wärmeversorgung

Das entwickelte System ermöglicht es, die Abwärme einer Deponiegasanlage in einem transportablen Container zu speichern. Diese Wärme wird an ein kommunales Hallenbad geliefert und in das dortige Heizungssystem eingespeist.

 

Zusammenfassung

Ausgangssituation

 

Die LaTherm GmbH hat einen mobilen Latentwärmespeicher entwickelt und auf den Markt gebracht, mit dem große Mengen Wärme gespeichert und transportiert werden können. 

 

Die in Industrieprozessen sowie Blockheizkraftwerken (BHKW) als Abfallprodukt entstehende Wärme, speichert LaTherm in Containern, in denen Natriumacetat-Trihydrat als Speichermaterial gefüllt ist. LKWs transportieren die mit Wärme beladenen Container von der Wärmequelle zum Ort der Wärmenutzung. Dort speist LaTherm die Wärme in die vorhandenen Heizungssysteme ein. Als Wärmeüberträger wird Wasser eingesetzt.

 

Die eingesetzte Technologie nutzt das Prinzip der physikalischen Speicherung der Wärme in einem Phasenwechselmaterial (PCM: Phase change material).

 

Das verwendete Natriumacetat ist ein relativ preisgünstiges Speichermaterial mit hoher Speicherfähigkeit. Es wird aus Essigsäure und Natronlauge hergestellt, die beide in große Mengen als Abfallprodukte in der chemischen Industrie anfallen.

 

Die patentierte Technik gewährleistet, dass bei der Entladung des Speichers, die Kristallisation immer eigenständig einsetzt, wenn die Phasenübergangstemperatur von 58,5 °C durchlaufen wird.

 

In dem Pilotprojekt wendete LaTherm dieses Verfahren an, um die an den BHKW-Modulen einer lokalen Deponiegasanlage anfallende Abwärme an ein städtisches Hallenbad in Dortmund-Brackel zu liefern, das die Wärme für die Beheizung seiner Schwimmbecken nutzte. Gleichzeitig wurde das Verfahren teilweise optimiert. So war beispielsweise die Wärmedämmung der flexiblen Anschlussrohre notwendig, um die Wärmeverluste beim Be- und Entladen deutlich zu verringern.

 

Ergebnisse

 

LaTherm lieferte ca. 264 MWh Wärme pro Jahr, mit der die Schwimmbecken beheizt wurden. Da diese Wärme nicht aus Erdgas erzeugt werden musste, wurden jährlich 80 t CO2 eingespart. Würde das System im gesamten Heiznetz des Schwimmbades eingebunden, könnten sogar bis zu 290 t CO2  pro Jahr eingespart werden.

 

Insgesamt verbesserte das LaTherm-System, trotz des Transportvorgangs, die Feinstaubsituation im Anwendungsbereich. Der CO2-Anteil durch den Transport beträgt weniger als 3,5 %.

 

Schlussfolgerungen

 

Die mobile und trassenlose Versorgung mit Nutzwärme ist eine neue Art der Energieversorgung für Wärmeabnehmer, die nicht an ein Nah- oder Fernwärmenetz angeschlossen sind.

 

Dieses Verfahren ermöglicht es, industrielle Abwärme zeitlich und räumlich flexibel wiederzuverwerten.

 

Insbesondere für Biogasanlagenbetreiber mit einem fehlenden Abwärmekonzept in ländlichen Regionen ist die Möglichkeit der transportierbaren Wärme interessant.

 

Quelle: Abschlussbericht

Weitere Projektdaten

Projekttitel: Mobile trassenlose Wärmeversorgung

Projektnummer: 20148

Projektzeitraum: 2009 - 2010

Projektort: Deutschland (Nordrhein-Westfalen)

Projektansprechpartner:

Frau Fischer

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+49 (340) 2104 3067

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Quelle: Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes